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Güstrower Anzeiger

07. Dezember 2016 | 13:31 Uhr

Vogelgrippe : Güstrower Wildpark wappnet sich gegen Virus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Desinfektionsmatten, Schutzplanen und Bestandskontrollen sollen Vögel vor Geflügelpest bewahren.

Zum Schutz vor der Vogelgrippe werden immer mehr Beobachtungsgebiete im Landkreis Rostock ausgewiesen. Aber nicht nur die Halter von Wirtschaftsgeflügel sind besorgt, auch in Zoos und Tierparks ist erhöhte Vorsicht geboten. Wie jetzt bekannt wurde, mussten im bekannten Hamburger Tierpark Hagenbeck nach ersten Fällen der Vogelgrippe zahlreiche Gänse gekeult werden. Ebenso wie die Parks in Ueckermünde und Sassnitz bleibt Hagenbeck vorerst geschlossen.

Damit ähnliches in Güstrow nicht passiert, halten sich die Mitarbeiter des Wildparks MV an strenge Hygienevorschriften. „Wir sorgen für Desinfektionsmöglichkeiten an allen Ecken und Enden des Parks“, versichert Wildparkchef Klaus Tuscher auf SVZ-Nachfrage. Überall würde es Desinfektionsmatten geben – auch im Besucherbereich. So können auch die Gäste des Güstrower Wildparks den Vogelbestand schützen. Die Geflügelpest ist eine hoch ansteckende und verlustreiche Viruserkrankung. Das H5N8-Virus kann durch direkten Tierkontakt, über Rohprodukte, Ausscheidungen und die Luft übertragen werden. Aber auch kontaminierte Personen stellen ein Gefahrenpotenzial dar. „Wir briefen darum alle unsere Gäste schon an der Kasse und hoffen, dass sie die Desinfektionsmatten dann auch tatsächlich benutzen“, erklärt Klaus Tuscher.

Mit der Aufstallungspflicht im Landkreis Rostock, wurde auch im Güstrower Wildpark alles Geflügel – darunter Enten, Puten, Gänse, Tauben und Hühner – in geschlossenen Ställen untergebracht. „Kleinere Volieren haben wir zum Schutz der Tiere mit Planen abgedeckt. Das geht natürlich nur da, wo es technisch machbar ist. Wir haben auch riesige Volieren, die sich nicht abdecken lassen“, sagt der Wildparkchef, der sich dennoch besorgt zeigt – nicht allein wegen der Geflügelpest, sondern weil die Tiere durch die Aufstallung im Moment sehr dunkel und auf engstem Raum gehalten werden. „Wir hoffen, dass wir nicht dadurch Tiere einbüßen“, gibt Tuscher zu verstehen. Das widerspreche der artgerechten Haltung, die postuliere, dass die Käfige zunehmend immer größer ausfallen sollten.

Nicht nur das Schuhwerk und die Hände werden im Güstrower Wildpark desinfiziert. „Auch die Futterschalen und die Wagen werden alle desinfiziert, um unsere Tiere bestmöglich zu schützen“, erklärt Klaus Tuscher. Alles akribisch einzuhalten sei für die derzeit sieben Tierpfleger im Park eine große Herausforderung. Diese seien, informiert Tuscher, natürlich alle belehrt worden, kennen sich aber bestens aus. „Hygiene ist ein wichtiger Bestandteil innerhalb der Ausbildung zum Pfleger“, ergänzt er.

Mit den Behörden stehe der Wildpark im ständigen Kontakt. Veterinäre kontrollieren den Park regelmäßig. Die Angst vor Infektionsfällen sei dennoch da. „Wir hoffen, dass uns das nicht betrifft“, sagt Klaus Tuscher. Um das auszuschließen, gehen verendete Tiere direkt zur Untersuchung an das Veterinäramt des Landkreises. „Wir hatten unlängst einen toten Wellensittich in der Voliere. Die Untersuchung hatte ergeben, dass er an einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben war – vielleicht hatte er sich nachts erschreckt und auf diese Weise verletzt“, fasst Klaus Tuscher zusammen.

Derzeit leben insgesamt 253 Vögel in 39 Arten im Güstrower Wildpark.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 05:00 Uhr

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