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Güstrower Anzeiger

26. September 2016 | 02:14 Uhr

Müllentsorgung Landkreis Rostock : Grüne fordern neue Regelung der Müllabfuhr

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zu teuer und mangelnder Service: Kreistagsfraktion für bürgerfreundlichere und umweltschonendere Abfallsatzung.

Die Probleme, die sich Anfang des Jahres in Sachen Müllabfuhr eingestellt haben, sind im Kreistag angekommen. Die Fraktion Bündnis90/Grüne fordert jetzt Änderungen an den erst am 1. Januar in Kraft getretenen Satzungen zur Abfallentsorgung und der dazugehörigen Gebührensatzung.

„Der erste Geltungsmonat der neuen Abfallsatzung im Landkreis Rostock hat mit aller Deutlichkeit ihre Nachteile aufgezeigt“, sagt der Fraktionsvorsitzende, Klaus-Michael Bull. „Auf die Bürgerinnen und Bürger sind zum Teil exorbitante Preiserhöhungen von über 90 Prozent zugekommen. Zugleich sollen sie deutliche Verschlechterungen im Service in Kauf nehmen.“ Das wollten die Grünen nicht einfach so hinnehmen, sondern wollen im Kreistag um eine Mehrheit für ein „flexibles, bürgerfreundliches Entsorgungssystem“ werben, verspricht Bull. Seine Fraktion werde deshalb auf der nächsten Kreistagssitzung einen Antrag stellen, der die Verwaltung „zur Einführung einer bürgerfreundlichen und umweltschonenden Abfallsatzung zwingen“ soll.

Vom Grundsatz her geht es den Grünen um die Einführung jenes flexiblen Entsorgungssystems, das bis Ende 2015 im Altkreis Bad Doberan, also nur in der Nordhälfte des Landkreises praktiziert wurde.

Mit dieser Forderung war die Fraktion bereits im ersten Kreistag nach der Kreisfusion mit Güstrow gegangen, scheiterte 2013, als die neue, einheitliche Abfallentsorgungssatzung für den ganzen Landkreis Rostock beschlossen wurde, jedoch an der Mehrheit. Nach zahllosen Bürgerbeschwerden sehen sich die Grünen jetzt bestätigt. Bull: „Wir sind der festen Überzeugung, dass ein solches flexibles System letztlich auch der Umwelt dienen wird, da der Umfang des wild entsorgten Mülls sinkt.“

Deshalb werde man dem Kreistag auf seiner nächsten Sitzung, am 17. Februar, einen an die Verwaltung gerichteten Prüfauftrag unterbreiten. Inhalt: „unter welchen Bedingungen zu welchem Zeitpunkt die Umstellung erfolgen kann“. Deutlich wird: Den Grünen geht es also nicht mehr um das Ob. Sondern: Mit dem Ergebnis solle die Verwaltung dann dem Kreistag am 27. April eine entsprechende Beschlussvorlage unterbreiten.

Sollte der Kreistag umschwenken und auf die Grünen-Forderung mehrheitlich eingehen, könnten sich die Einwohner im südlichen Teil des Landkreises von Göllin und Lohmen bis Gnoien, von Wardow und Jürgenshagen bis Dobbin-Linstow auf ein nach Auffassung der Grünen-Fraktion bürgerfreundlicheres Abholsystem einstellen.

Klaus-Michael Bull erklärt das von ihm favorisierte Abfuhrsystem: „Die Bürger können bei erhöhtem Restabfallaufkommen unkompliziert vom vierwöchigen auf den zweiwöchigen Entsorgungszyklus umsteigen und bei geringerem Aufkommen wieder zurückwechseln. Nicht in Anspruch genommene Entleerungen aus dem Vier-Wochen-Zyklus können, ähnlich einem Guthaben, gesammelt und bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt werden, so dass die 13 Pflichtentleerungen nicht überschritten werden müssen.“

Hintergrund: Chaotischer Start
Mit dem 1. Januar wurde im Landkreis eine neue Abfallsatzung wirksam, die einen vierwöchentlichen Entsorgungszyklus verbindlich macht. Wer seine schwarze Tonne – auch nur zeitweise – 14-täglich  leeren lassen will, muss das extra beantragen. Außerdem werden dafür deftige Zusatzgebühren fällig. Für zusätzlichen Unmut  sorgte eine schlechte Informationspolitik der Verwaltung, was dazu führte, dass die Abfallwirtschaft bei völlig überlasteten Bürgertelefonen nur für wenige erreichbar war. Nur mit zusätzlichem Personal bekam der Eigenbetrieb das langsam  in den Griff. Diverse organisatorische Pannen bei der Einführung mussten im Laufe des Januars Stück für Stück nachgebessert werden. So beschwerten sich vielerorts Bürger über  übervolle Mülltonnen, weil mitunter sechs Wochen lang keine Abfuhr erfolgte.
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erstellt am 03.Feb.2016 | 21:00 Uhr

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