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Güstrower Anzeiger

04. Dezember 2016 | 15:19 Uhr

Oberaigner Laage : Großauftrag aus Ägypten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Oberaigner Laage rüstet 50 Transporter um. Nächste Gespräche mit IG Metall.

Der Spezialfahrzeughersteller Oberaigner arbeitet einen Großauftrag für das ägyptische Gesundheitsministerium ab. 50 Fahrzeuge haben die Ägypter bei Mercedes-Benz bestellt, die jetzt in Laage zu geländegängigen Ambulanzen umgebaut werden. „Einen Auftrag in dieser Größenordnung hatten wir bitter nötig“, sagt Betriebsleiter Jan Leipholz. Für die „Daseinsberechtigung“ des Laager Standortes bräuchte das Unternehmen aber Stückzahlen von mindestens 1000 Fahrzeugumbauten pro Jahr. „Zurzeit haben wir erst ein Drittel davon erreicht“, sagt Leipholz auch vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen mit der IG Metall (SVZ berichtete).

Die hat jetzt nach einem ersten Gespräch mit der Firmenleitung bereits den Start von Tarifverhandlungen mit Oberaigner am 2. November angekündigt. Die IG Metall hatte Mitte September zu einem ersten Warnstreik vor dem Werk aufgerufen und fordert „faire Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne“. „Das Gespräch mit Paul und Georg Oberaigner ist sehr konstruktiv und positiv verlaufen. Jetzt starten wir in die Tarifverhandlungen“, so Alex Brose von der IG Metall gegenüber unserer Zeitung. Doch Leipholz dämpft die Erwartungen der Gewerkschaft. Er sieht in der Zusammenkunft am 2. November eher ein weiteres Sondierungsgespräch. Ob es sich um den Einstieg in Tarifverhandlungen handeln würde, sei noch offen. „Tarif hin oder her – Der Zeitpunkt für gravierende Änderungen ist zu früh. Anpassungen dieser Art würden unseren Weg noch steiniger machen“, sagt Leipholz. Nach dem Gespräch werde sich entscheiden, wie es bei Oberaigner weitergehe.

Wirtschaftlich schreibe Oberaigner in Laage zwar schwarze Zahlen, kämpfe sich „aber nur Meter für Meter vor“, sagt der Betriebsleiter. Man brauche noch mehr solcher Großaufträge wie jetzt von den Ägyptern. Auch mit diesem Auftrag sei das diesjährige Planungsergebnis aber noch nicht erreicht. Neben der Achsenfertigung sei der Fahrzeugumbau das Kerngeschäft von Oberaigner in Laage. „Und solange dieser Umbau hier nicht erfolgreich ist, haben wir es nicht geschafft“, unterstreicht Leipholz. Die Produktion müsse noch gesteigert werden.

Oberaigner in Laage hat aktuell rund 60 Mitarbeiter. Die österreichische Unternehmensgruppe nahm 2012 die Produktion im Airpark Laage auf und hatte mit Startproblemen zu kämpfen. Die Firma baut im Auftrag von Automobilherstellern normale Transporter zu geländegängigen Transprotfahrzeugen um.  

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erstellt am 17.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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