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Güstrower Anzeiger

09. Dezember 2016 | 08:49 Uhr

Super-Oldie-Party-Nacht Güstrow : Getanzt bis in den frühen Morgen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Super-Oldie-Party-Nacht: Super Stimmung, Drei Bands, zwei DJs sowie Atscher und Nicki heizten Publikum ein.

Wie sich das bei einem runden Geburtstag gehört, wurde bei der 20. Super-Oldie-Party-Nacht in der Güstrower Sport- und Kongresshalle bis in die gestrigen frühen Morgenstunden bei Live-Musik mit den „Herolds“, der „Oldie Company“ und „Eastern Comfort Company“ sowie den DJ-Einlagen des „Revoluzzer Teams“ vor allem getanzt, was das Zeug hielt. Den Auftakt vollzog Jörg Mandel von den „Revoluzzern“, die in Güstrow eine sehr gelungene DJ-Premiere hatten, wie es Veranstalter Eckhard Podack einschätzte. Mandel mischte sich unter das Publikum und stieß mit einem Bier auf eine gelungene Party an. Dabei plauderte er mit Monika (65) und Christfried Führer (70) aus Pruchten bei Barth. Das Paar wohnt zwar seit 20 Jahren nicht mehr in Güstrow, aber der Oldie-Nacht ist es treu geblieben. „Für uns ist das die Erinnerung an schöne Zeiten im Jugendklubhaus, in der Alten Mühle und im Kurhaus, denn die Bands spielen unsere Musik, nach der wir so gern tanzen“, lobten sie.

 

Ältester Party-Gast: Charlotte Neumayer (89)

Auch das erste Pärchen, das tanzte, kam von der Ostsee, von der Insel Rügen. „Wir hörten, in Güstrow findet was Schönes statt, eine Oldie-Nacht, und bei uns war Schietwetter. Da sind wir losgefahren“, erzählten Astrid und Bernd Tiedemann.

Zu einem großen Familientreffen wurde der Abend für die Neumayers. „Schuld“ daran war die Güstrower Drummer-Legende Klaus „Atscher“ Neumayer. Er hatte mit Drummer-Sohn Nicki wieder einmal in seiner alten Heimat seinen Auftritt. Den wollten seine Schwester und schon gar nicht seine Mutter Charlotte verpassen. „Ich war bisher immer in der Halle, wenn Klaus getrommelt hat“, bewies die rüstige 89-Jährige am Abend Stehvermögen. Vor allem freute sie sich auf eine Neumayer-Premiere. Vater und Sohn spielten nacheinander auf einem alten Xylophon, von dem es in Deutschland nur noch wenige Exemplare gibt, Souvenir de Cirque Renz – Erinnerungen an Zirkus Renz. Das Besondere war, dass Nicki das sehr schwierige Stück innerhalb von 14 Tagen lernte, was selbst den Vater überraschte.

Bevor Atscher und Sohn allerdings los trommelten, ertönten in der Halle ganz andere Töne. Eckhard Podack, der die Party als „runde Sache“ einschätzte, hatte als Bonbon Dudelsack-Musik eingekauft. Die „Clan Mac Lanborough Pipes and Drums“ aus Kladrum, die er auf dem MV-Tag in Güstrow gesehen hatte, spielten „Highland Cathedral“ und „Scotland the Brave“. Als Feuerwehrpiper in der kleinen Besetzung stand der Güstrower Feuerwehrmann Matthias Klich auf der Bühne. „Meine Frau ist schuld. Sie schenkte mir vor fünf Jahren für eine Schottland-Musik-Schau Karten. Dabei bekam ich eine Gänsepelle, begann Dudelsack zu lernen und schloss mich den Kladrumern an“, freute er sich über den Auftritt in der Heimatstadt.

Nur mit einer Zugabe ließ das treue Oldie-Nacht-Publikum die „Herolds“ von der Bühne, die bei der 20. Party ihr 50-jähriges Bestehen feierten. Die „Jungs“ wollen auch bei der 21. Auflage 2017 dabei sein. Ihr „Teufelsgeiger“, Gerhard „Flöh“ Ziglowski, begeisterte als Gast bei „Eastern Comfort Company“ wieder beim „City“-Hit „Am Fenster“. Gänsehaut pur war vor der Session aller Musiker Dörtes „Jugendliebe“. Bei den Tönen schmusten sich viele Pärchen in den anbrechenden Morgen.

Nächstes Jahr wieder kostenfreie WC-Nutzung

Kritik musste der Veranstalter der Super-Oldie-Party-Nacht, Eckhard Podack, für  die 50-Cent-Toiletten-Nutzung einstecken. Für viele Gäste trübte das die Stimmung. Einige konnten sich überhaupt nicht beruhigen. Dabei kam es zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Gästen und dem   WC-Personal.  Das Argument der Kritiker gegen das Löhnen lautete: „Wenn ich in einer Gaststätte etwas verzehre, muss ich auch nichts bezahlen, wenn ich das WC aufsuche.“ Mehrfach war der Vorschlag zu hören, dass bei freiem WC-Besuch eher der Eintritt hätte erhöht werden können.

Der Veranstalter ärgerte sich am meisten über das Problem. Er räumte ein, dass er vor seiner Entscheidung ein „schlechtes Bauchgefühl“ hatte. Trotzdem entschied er sich dafür, weil es in den vergangenen Jahren oft Kritik, vor allem am Damen-WC, zu zu langen Wartezeiten und zur Unsauberkeit gegeben hatte. Deshalb orderte er eine Firma mit einem WC-Wagen mit acht Toiletten für die Frauen, die doppelte Kapazität. Das hatte aber seinen Preis – 50 Cent pro Toilettenbesuch.

Nach dieser Kritik wird der Veranstalter alles wieder zurückdrehen. Im nächsten Jahr wird das WC  kein Geld kosten. Bleiben werden aber die unterdimensionierte Toilettenzahl in der Halle und die Ansteh-Zeiten. „Für die Sauberkeit wird allerdings eine professionelle Kraft sorgen“, erklärt Podack. Er hofft, dass das Problem damit vom Tisch ist. „Ich wollte nur das Beste für meine Besucher“, sagt er.  Der Veranstalter weist aber auch darauf hin, dass es Hausrecht und durchaus üblich ist, bei solchen Events wie einer Oldie-Nacht Geld für das WC zu verlangen. Der Vergleich mit einer  Gaststätte stimme daher nicht.

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erstellt am 06.Nov.2016 | 20:45 Uhr

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