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Güstrower Anzeiger

29. August 2016 | 10:59 Uhr

Start in Campingsaison : Garden: Endlich passiert etwas!

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Campingplatz am Gardener See geht nach dem Eigentümerwechsel in zweite Saison / Viele Investitionen / Manches braucht Zeit

„Endlich ist etwas passiert. Es hat sich sogar sehr viel in der kurzen Zeit getan. Wir sind daher mit den neuen Eigentümern sehr zufrieden“, sagen Anke und Hans-Jürgen Stönner. Die Güstrower sind seit 2007 Dauercamper auf dem Campingplatz Garden. In den vergangenen Tagen richteten sie ihren Wohnwagen ein und starteten am Osterwochenende in die neue Saison.

Die Stönners verfolgten wie viele andere der 145 Dauercamper gespannt die Zeit, als die ehemaligen Pächter Ende 2013 aufhörten und danach der Bund als Eigentümer den Platz verkaufen wollte (SVZ berichtete). Denn die Suche nach neuen Besitzern gestaltete sich zäh, endete jedoch erfolgreich. Seit Frühjahr vergangenen Jahres ist der traditionelle Platz wieder auf einem guten Weg. „Ja, wir haben sehr viel unternommen, um den Platz auf Vordermann zu bringen“, bekräftigen Eigentümer Henry Misch und Marlen Maibohm. Beide empfingen SVZ in der vollkommen neu gestalteten Rezeption, in der sich auch ein kleiner Laden für Dinge des täglichen Bedarfs befindet. Der Saal in dem Gebäude – für Veranstaltungen vielerlei Art gedacht – ist kurz vor der Fertigstellung. Komplett saniert ist das Waschhaus 1. „Die Sanitärbereiche entsprachen überhaupt nicht mehr den heutigen Standards“, betont Henry Misch. Aber leider habe man nicht alle vier Wasch- bzw. Duschhäuser geschafft. Handwerker seien in den vergangenen Monaten nur schwer zu haben gewesen oder hätten Mondscheinpreise verlangt. „Wir müssen auf jeden Euro schauen und ihn sinnvoll einsetzen“, betont Misch. Daher werden die restlichen Sanitärhäuser erst im Oktober fertig. Einzelne Arbeiten, wie eine neue Heizung im Duschhaus, seien allerdings realisiert worden, so der Schwaaner, der mit Marlen Maibohm ein Versicherungsmaklerbüro in der Warnowstadt betreibt. Auf gutem Weg sind die Eigentümer mit den sechs Bungalows, die auf dem Platz stehen. Auch hier wird bald jeglicher „DDR-Charme“ verschwunden sein.


Schlaf-Pods droht Abriss


Neu ist ein kleiner Spielplatz auf dem Campingplatz mit Rutsche und Nestschaukel. Auf dem „Berg“, dem zweiten Teil des Platzes, fallen dem Ankommenden sofort drei so genannte Camping-Pods auf, sozusagen „Zelte aus Holz“, wie sie Misch nennt. Sie sind für zwei Personen nur als Schlafgelegenheit gedacht. Allerdings gibt es ein Problem. Der Landkreis bemängelt, dass sie ohne Baugenehmigung errichtet wurden. Misch: „Wir dachten, dass das nicht notwendig ist, weil sie unter zehn Quadratmeter g roß sind.“ Inzwischen sind die Bauanträge nachgereicht. Nun hat aber die Naturschutzbehörde ihr Veto eingelegt. Sie sollen zu nahe am Ufer stehen.


Die Neuen kämpfen mit Altlasten


Sehr zu kämpfen hatten und haben die neuen Besitzer mit den Altlasten des Platzes. Was da an Defekten und unzureichenden Leitungen zum Vorschein gekommen sei, habe man dann doch nicht erwartet. So hätten sich Arbeiten an anderen Stellen verzögert, verhehlt Henry Misch nicht seinen Ärger. Gegenwärtig gibt es ein Problem mit der Beleuchtung auf dem Campingplatz. „Ein Kabelfehler lässt sich nicht orten, so dass wir auf 200 Metern neues Kabel verlegen müssen“, berichtet Henry Misch. Hier hofft er, dass auch Camper bei den Schachtungen per Hand, weil keine Leitungspläne vorliegen, helfen.

Zur Erinnerung: Badestelle und Bootssteg gehören nicht zum Campingplatz, sondern sind in Gemeindehand. Für den Neubau eines Bootssteges sind nach Aussagen von Henry Misch die Fördermittel bewilligt und Geld im Gemeindehaushalt eingestellt. Im April soll Baubeginn sein. Indes: Das Umweltamt sieht ein Problem in der Uferbefestigung. Sie prüft, ob Lebewesen beeinträchtigt werden könnten. Bis Oktober wird daher ein schwimmender Steg als Übergangslösung errichtet. Von dem kann man dann auch mit Tret- und Ruderbooten sowie Kanus in den Gardener See stechen.

Bei der Badestelle besteht nach wie vor das Problem, dass die Gemeinde nur beschränkte Mittel hat, um sie sauber zu halten. „Weil aber Unordnung automatisch auf den Zeltplatz zurückfällt, müssen wir das übernehmen, auch wenn es uns nichts angeht“, erklärt Henry Misch.


Noch 40 bis 50 Plätze für Dauercamper


„Wir sind Optimisten und wir schauen nach vorn“, betont Henry Misch. Dabei hofft er, dass sich noch mehr Dauercamper den Platz aussuchen. 40 bis 50 könnten es mehr sein. Henry Misch und Marlen Maibohm betrachten Dauercamper las feste Größe als Basis des Platzes, der insgesamt 400 Stellplätze hat. Misch sagt das auch angesichts eines hohen Durchschnittsalters der Dauercamper. Junges Blut wäre ihm daher willkommen. Dass das alles mit einem hohen Serviceangebot einher gehen muss, ist ihm klar. Aber nach jahrelanger Stagnation auf dem Platz geht das nicht alles von heute auf morgen. Das verstehen auch Anke und Hans-Jürgen Stönner.
 


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