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Güstrower Anzeiger

26. Mai 2016 | 10:42 Uhr

Asylpolitik : Flüchtlinge bald in Krakow am See

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neue Unterkunft soll in Kirchenstraße des Luftkurortes entstehen / Krakower Bürgermeister ruft zu Offenheit und Toleranz auf

Die Asyl- und Flüchtlingsproblematik stellt die Kommunen in MV weiterhin vor große Herausforderungen. Auch 2015 ist der Landkreis Rostock wieder aufgefordert, für Flüchtlinge und Asylbewerber kurzfristig Wohnraum zu schaffen, sie menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen. Der Kreis geht von 800 zusätzlichen Asylbewerbern in 2015 aus. Damit würden dann rund 1800 Flüchtlinge im Kreisgebiet leben, zurzeit sind es knapp 1000. „Wir brauchen dringend noch Unterbringungsmöglichkeiten für 800 Personen“, sagt Rainer Boldt, stellvertretender Landrat. Deshalb wird jetzt auch in Krakow am See eine dezentrale Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet.

Der Landkreis beabsichtigt, im Gebäude in der Kirchenstraße 2, mitten im Stadtzentrum, Asylbewerber und Flüchtlinge unterzubringen. „Damit ist in den nächsten Wochen zu rechnen. Es wird Anfang Februar dazu im Atrium der Krakower Schule eine öffentliche Informationsveranstaltung geben“, informierte Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert erstmals beim Neujahrsempfang am Freitag die Bürger des Luftkurortes. Das Haus neben der Kirche verfügt über acht Wohnungen. Es gehört nicht der Stadt, sondern einem Privatmann. Laut Landkreis handele es sich nicht um eine Gemeinschaftsunterkunft, sondern um eine dezentrale Unterbringung.

„Ich denke, wir sollten uns verantwortungsbewusst und solidarisch dieser Aufgabe stellen, sie wird an Krakow am See nicht vorbei gehen“, so Geistert. Gerade auch weil das Thema Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in den letzten Wochen aktueller denn je sei. Geistert spielt auf das Attentat in Paris und „Pegida“ an. „Immer mehr Menschen deutschlandweit beziehen klare Stellung und setzen Zeichen für Offenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander“, so der Bürgermeister. Das wünscht er sich auch für Krakow am See.

Neben Krakow am See baut der Landkreis gerade in Jördenstorf das Lehrlingswohnheim der Berufsschule zur Asylunterkunft um. Doch das reicht noch nicht. Bereits im Februar könnten die bisherigen Kapazitäten ausgereizt sein, weiß auch der Landkreis. „Wir brauchen noch weitere Gemeinschaftsunterkünfte“, sagt Boldt. Zurzeit existieren jeweils zwei in Güstrow und Bad Doberan. Genauso wichtig ist ihm aber auch die weitere dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen, so wie jüngst in dem Wohnblock in der Güstrower Südstadt, der Platz für 170 Personen bietet. „Wir sind ständig in Verhandlungen mit Wohnungsgesellschaften und Vermietern und mieten weiter einzelne Wohnungen an“, so Boldt.

Ziel sei es, vor allem dort neue Unterkünfte zu schaffen, wo bereits Asylbewerber untergebracht sind. „Wir wollen uns weiter auf Güstrow, Bützow und Bad Doberan konzentrieren. Für eine neue Gemeinschaftsunterkunft ist aber noch nichts unterschriftsreif“, sagt Boldt.

 

 

 

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erstellt am 20.Jan.2015 | 05:00 Uhr

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