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Güstrower Anzeiger

28. September 2016 | 08:52 Uhr

Van der Valk-Resort Linstow : Flammen im Ferienidyll

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sieben Schülerinnen aus brennendem Ferienhaus im Resort Linstow gerettet. Wachdienst und Feuerwehr verhindern Katastrophe

Heike Gebauer ist immer noch geschockt. So einen schweren Brand hat die Marketing-Verantwortliche des Van der Valk-Resorts Linstow noch nie erlebt – in 15 Jahren nicht, seitdem besteht die Ferienhaussiedlung mit 300 Bungalows im größten Urlaubsresort in MV. „Das war wirklich schlimm, aber glücklicherweise ist alles noch glimpflich abgegangen“, sagt Heike Gebauer und atmet tief durch.

In der Nacht zu gestern ist das gerade mit mehr als 1200 Gästen nahezu komplett ausgebuchte Resort Linstow nur knapp einer Katastrophe entgangen. Gegen 2.25 Uhr brannte mitten in der Siedlung ein reetgedecktes Ferienhaus, in dem sieben Mädchen schliefen. Ein Wachmann entdeckte das Feuer und konnte die Schülerinnen noch rechtzeitig wecken. Sie blieben unverletzt. Aufgrund eines schnellen Großeinsatzes der Feuerwehr konnte zudem ein Übergreifen auf die benachbarten Ferienhäuser gerade noch verhindert werden.

„Den Mädchen geht es gut. Sie haben sofort ein neues Haus bekommen“, sagt Heike Gebauer. In der Nacht musste jedoch eine der Schülerinnen, die Asthmatikerin ist, vorsorglich in einem Rettungswagen behandelt werden. Die Mädchen sind in der 10. Klasse, stammen aus Eschborn im Main-Taunus-Kreis in Hessen und befinden sich gerade auf Klassenfahrt. „Wir haben gerade viele Schulklassen zu Besuch, die hier ihre Abschlussfahrten machen“, sagt Heike Gebauer. Dankbar ist sie dem professionellen Sicherheitsdienst des Resorts, der das Feuer entdeckte und schnell handelte. „Ihm ist es zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist. Wir hatten zudem Glück, dass kein Wind war und somit keine Funken auf die benachbarten Reetdächer übergesprungen sind“, sagt Heike Gebauer. Zwei danebenliegende Ferienhäuser waren in der Nacht aus Sicherheitsgründen ebenfalls evakuiert worden.

Der betroffene, 120 Quadratmeter große Bungalow wurde komplett zerstört. Der Schaden wird auf bis zu 300 000 Euro geschätzt. Als Remo Schmecht, Wehrführer der Feuerwehr Krakow am See, am Brandort eintraf, schlugen Flammen aus dem Dach. Mit 70 Mann waren die Wehren Krakow am See, Kuchelmiß, Langhagen, Hohen Wangelin, Nossentiner Hütte und Dobbin-Linstow bis gestern um 9.30 Uhr im Einsatz. Aus Güstrow wurde noch eine Drehleiter angefordert. „Ein Großeinsatz“, sagt Schmecht. Mit Technik wurde das brennende Reetdach abgetragen, rausgerissen und dann am Boden abgelöscht, schildert er. „Der Einsatz ist hervorragend gelaufen. Die Einsatzkräfte haben toll zusammengearbeitet und Löschwasser war ausreichend vorhanden“, sagt Schmecht.

Die Polizei war unterdessen gestern den ganzen Tag am Brandort in Linstow im Einsatz. „Die Brandursache kann derzeit noch nicht eingegrenzt werden. Dazu wurden durch die zuständige Kriminalpolizeidienststelle in Teterow Ermittlungen aufgenommen“, sagt Güstrows Polizeisprecher Gert Frahm. „Derzeit laufen Untersuchungen zur Brandursache vor Ort an, bei denen auch ein Sachverständiger für Brandursachenermittlungen zum Einsatz kommt.“ Allerdings sei laut Aussage von Heike Gebauer vom Resort Linstow der Brand im Dach des Ferienhauses ausgebrochen. Einen technischen Defekt schließt der Betreiber aus. Man vermute, dass das Feuer fahrlässig verursacht worden sei. „In allen unseren Häusern herrscht zudem striktes Rauchverbot“, sagt sie.  

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erstellt am 22.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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