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Güstrower Anzeiger

04. Dezember 2016 | 19:22 Uhr

Weihnachtsbäume aus Lüdershagen : Es weihnachtet bei „Tannen Meyer“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Alle Vorbereitungen für Weihnachtsbaumverkauf ab 3. Dezember in Lüdershagen getroffen.

Auch wenn Heiligabend noch einige Wochen entfernt ist, weihnachtet es bereits bei „Tannen Meyer“ in Lüdershagen. Alle Vorbereitungen für den Weihnachtsbaumverkauf sind getroffen. „Auch wer am 24. Dezember noch keinen Baum hat, kann sich bei uns gern melden“, versprechen Jutta (66) und Karl-Heinz Meyer (72). Die Kunden können unter rund 5000 Bäumen, zu 90 Prozent Nordmann-Tannen, ihren Weihnachtsbaum aussuchen. Außerdem sind noch die schmal gewachsenen Vaitschi-Tannen und Nobilis-Edeltannen, die auch für Schmuck-Reisig genutzt werden, sowie Fichten und Kiefern im Angebot. „Wer möchte, kann sich seinen Baum von uns schlagen lassen. Zu erkennen sind wir an unseren roten Jacken im grünen Tannen-Bestand. Aber es kann sich auch jeder seinen Baum aussuchen und selbst absägen. Wir wissen, dass das in Familie ein Erlebnis ist“, erklärt Karl-Heinz Meyer.

Apropos Familie. Besonders familiär wird es am 3. und 4. Adventswochenende. Dann wird rund um das Schlagen des Weihnachtsbaums ein buntes Programm gestaltet, mit Weihnachtsmann, Bratwurst, einer Gulaschkanone, dem Radener Fischer, mit Musik von Ulrich Damm mit seinem Schifferklavier und den Kirch-Rosiner Jagdhornbläsern. Neu ist, dass der Ziegenhof Langer aus Hoppenrade die Verpflegungsstrecke übernimmt. Erweitert wird die Palette der Wild-Produkte aus dem Hause Meyer, denn beide sind seit Jahrzehnten Jäger. Es gibt Fleisch von Reh und Wildschwein, eventuell auch von Rot- und Damwild. Ein Schmankerl sind das Wildschwein-Schmalz und der geräucherte Wildschwein-Schinken. Den Glühwein verkaufen die Enkel der Meyers, Isabel und Emily. Dabei ist auch immer der Plantagen-Kater Puschi, den vor allem Kinder mögen. Aufgebaut wird wieder ein Zelt. Damit es dem Wind dieses Jahr besser trotzen kann, haben die Meyers eine Windschutzwand aufgebaut. Neu gestaltet ist der Parkplatz.

Das Schwiggerower Ehepaar schwingt das Zepter bei „Tannen Meyer“, wird aber von der ganzen Familie unterstützt. „Unsere Tochter Heike und unser Sohn Roland sowie unsere Schwiegerkinder Oliver und Jana helfen uns. Dazu kommen oft Freunde und Bekannte. Das ist ein tolles Miteinander, was wir sehr schätzen, denn Weihnachtsbaumverkauf ist ein Ganz-Jahres-Job“, betont Jutta Meyer. Der erfordere viel Fleiß und Einsatz. Bevor ein Weihnachtsbaum beleuchtet und geschmückt die Herzen erfreut, ist jede Menge Arbeit zu leisten. Karl-Heinz Meyer: „Wir müssen ja immer für Nachschub sorgen. Gegenwärtig wachsen 6000 Bäume heran.“ Das Pflanzen geschieht per Hand. „Auch dazu sind die ganze Familie sowie Freunde und Bekannte eingespannt“, schildert Jutta Meyer. Die Meyersche „Belegschaft“ ist längst ein eingespieltes Team. „Die 4000 Pflanzen, die wir im Herbst auf 1,5 Hektar pflanzten, hatten wir mit 14 Helfern von morgens bis Mittag in der Erde“, verteilt Karl-Heinz Meyer gern dieses Lob.

Zuerst aber muss der Boden bearbeitet werden. Das geschieht im Frühjahr. Bevor das beginnt, erfolgen Bodenuntersuchungen. „Es geht um den pH-Wert sowie um Kali- und Phosphorgehalt, damit wir für die Pflanzen einen optimalen Boden vorhalten“, erklärt Meyer. Ein Labor gibt eine Düngeempfehlung. Gedüngt wird ebenfalls per Hand. Einen Monat nach dem Pflanzen wird ein nitratarmer Spezialdünger ausgebracht. Zwischen den Reihen wird zum Schutz der Pflanzen Gras gesät und regelmäßig gemäht. Dann muss per Maschine und per Hand mehrere Male gehackt werden, denn die Bäume müssen unkrautfrei aufwachsen. Wichtig sind nach dem Winter und nach Frösten die Formschnitte der Baum-Spitzen. Die so genannten Zwiesel – Doppel- oder Mehrfachspitzen – werden abgeschnitten und ein Trieb wird als Spitze in Form gebracht.

Jutta und Karl-Heinz Meyer erzählen das alles mit einem Leuchten in den Augen. „Als Rentner müssten wir das alles zwar nicht machen. Aber für uns stand fest, dass wir nicht die Hände in den Schoß legen werden“, erinnern sich beide an 2008, als die Idee, Nadelbäume als Weihnachtsbäume anzubauen, Gestalt annahm. Karl-Heinz Meyer: „Nach meinem Arbeitsleben als Forstwirt und Revierförster und für meine Frau als gelernte landwirtschaftlich-technische Assistentin lag das nahe. Außerdem sind wir beide auf dem Land groß geworden.“ Weitere Gründe, den Start zu wagen, waren die 160 Hektar Wald, die die Meyers nach der Wende vom Staat kauften, aber noch mehr die 14 Hektar, die den Eltern von Jutta Meyer gehörten und auf denen sie als Kind Kühe gehütet hatte. Die waren perfekt für eine Weihnachtsbaumplantage. 2008 wurden die ersten 5000 Bäume gepflanzt, 2014 die ersten verkauft. Im vergangenen Jahr startete „Tannen Meyer“ dann das erste Mal mit dem Verkauf voll durch. Und die Kunden kamen in Scharen.





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