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Güstrower Anzeiger

10. Dezember 2016 | 17:34 Uhr

Dorfchronik Hoppenrade : Eine Gemeinde und ihre Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Chronikgruppe legt ersten Teil eines „historischen Spaziergangs durch Hoppenrade“ vor.

Nach über drei Jahren Arbeit präsentierte die Chronikgruppe des Heimatvereins den ersten Teil ihres „historischen Spaziergangs“ durch Hoppenrade. Um die 80 Einwohner der Gemeinde waren gekommen, um die Chronik, die die Zeit von 1164 bis 1945 umfasst, kennen zu lernen und zu erwerben. „Wir mussten bei 1945 einfach einen Schnitt machen. Viele, vor allem ältere Bürger hatten immer wieder nachgefragt, wie weit wir mit unserer Arbeit sind. Das Interesse war sehr groß“, sagt Dirk Kaiser, der in der Gruppe als Koordinator und Moderator wirkt.

Er zeigte sich glücklich über die Zusammensetzung des Chronikteams, in dem jeder seine besonderen Stärken einbringe. So Wolfgang Schulz, der als gebürtiger Hoppenrader über eine Vielzahl von Kontakten verfügt. Henning Hahn-Groneveld, seit 2000 Hoppenrader, widmete sich besonders der Geschichte des Gutshauses, wobei er manche Ungereimtheit klärte. Daniela Ullmann als einzige Frau brachte „frischen Wind und andere Sichten“ in das Team, würdigte Kaiser. Ulrich Niemann war der Mann für die Archive, in denen er viele Fakten und Episoden „ausgrub“. Bei Dirk Kaiser landete schließlich alles auf dem Tisch. Ihm fiel die Aufgabe zu, das Material zu digitalisieren und die Texte zu einer Chronik zusammenzufügen. „Das hat so manche Nacht gekostet“, erzählt Kaiser, der seit 1999 in Hoppenrade lebt.

Für ihre Recherchen „zapfte“ die Chronikgruppe eine Vielzahl von Quellen an. Fündig wurden die ehrenamtlichen Geschichtsforscher im Landesarchiv Schwerin und im Stadtarchiv Güstrow, in Büchern der Kirchgemeinden Reinshagen und Lüdershagen, in der Historischen Bibliothek Güstrow sowie in Veröffentlichungen von Wilhelm Mastaler und Friedrich Lorenz. Außerdem hörten sich die Chronisten unter den älteren Einwohnern um. „Der Heimatverein hatte sie zu einer Kaffeerunde eingeladen und bald sprudelten die Erinnerungen und Überlieferungen nur so. Wir haben alles mit dem Mikrofon aufgenommen, denn so schnell hätte gar keiner schreiben können“, erzählt sich Kaiser. Als besonders wertvoll schätzt er den schriftlichen Bericht von Frida Matuschka ein, die als Kind Anfang der 1930er-Jahre mit Siedlern aus Westfalen nach Hoppenrade kam. Sie hatte aufgeschrieben, wie die neuen Einwohner aufgenommen wurden, wie sie lebten, welche Sitten und Bräuche sie mitbrachten.

Für den Anfang ließ die Gruppe 100 Exemplare ihrer Chronik drucken. Offenbar viel zu wenig, denn schon im Vorfeld gab es 75 Bestellungen. Und nach der Präsentation bildeten sich lange Schlangen. Oft wurden Exemplare für nicht mehr in Hoppenrade lebende Verwandte und Bekannte gekauft. „Wir werden nachdrucken. Jeder, der eine Chronik haben möchte, bekommt auch eine“, beruhigt Bürgermeisterin Birgit Kaspar.

Die Chronikgruppe hat inzwischen die Arbeit am zweiten Teil aufgenommen. Dirk Kaiser rief die Einwohner zur Mitarbeit auf. „Wer über Fotos, Erinnerungen oder anderes Material verfügt, sollte sich mit uns in Verbindung setzen. Wir sind dankbar für jede Zuarbeit“, sagte er.

 




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