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Güstrower Anzeiger

08. Dezember 2016 | 06:58 Uhr

Schloss hat neuen Ginkgo : Ein neuer Ginkgo für Schlossgarten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower pflanzten für 150 Jahre alt gewordenes Sturmopfer einen Nachkömmling. In fünf Jahren, so die Hoffnung, soll der neue Baum kräftig auswachsen

Mit einem Spaten konnten sich Dienstagvormittag Menschen im Güstrower Schlossgarten erwärmen: Erde galt es aufzuschütten in das Pflanzloch des neuen Ginkgos. Die Schlösserverwaltung des Landes hat ihr Versprechen gehalten und an überliefertem Platz für Nachwuchs gesorgt. Der rund 150 Jahre alte Ginkgo an dieser Stelle war beim Unwetter am 25. Juni geborsten. Das Naturereignis war Gesprächsstoff beim Mecklenburg-Vorpommern-Tag, der nur zwei Wochen später in der Barlachstadt ausgerichtet wurde.

Seit Dienstag hat der Hof am Wallensteinflügel „seinen“ Ginkgo wieder. Zahlreiche Güstrower wollten den Moment trotz der Kälte miterleben, packten am Ende beim symbolischen Pflanzakt mit an. Auch Horst Friedrich, in Güstrow als Baumexperte bekannt, nahm den Spaten. Er hatte gegen einen neuen Baum plädiert, wollte gerne sehen, wie aus Schößlingen aus der alten Wurzel wieder ein Nachkömmling heranwächst. „Jetzt ist es so aber in Ordnung. Es war sicherlich auch eine politische Entscheidung, lieber neu zu pflanzen. Wichtig ist vor allem, dass an dieser Stelle wieder ein Baum steht“, gab sich der Güstrower versöhnlich.

Für Horst Friedrichs Einsatz für einen Ginkgo im Schlossgarten gab es einen besonderen Dank. Ein Dutzend kleine Plaketten mit einem Ginkgo-Blatt hat Manfried Giese aus den Überresten des alten Baumes geschnitzt. „Mit diesem Erinnerungsstück möchte ich einigen Menschen danken, die sich für den Baum eingesetzt haben“, erklärt der 85-Jährige, der sich nach früherem Wirken an der Fachhochschule nun seit drei Jahren auch Güstrower nennen darf.

„Ich wünsche mir, dass er noch hundert Jahre und länger stehen wird“, sagte Robert Klaus, Leiter des Geschäftsbereiches Schwerin beim landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften zur Pflanzung des neuen Exemplars. 15 Jahre ist das Bäumchen jetzt alt, das in einer Baumschule in der Region gezogen wurde, wie Friedrich-Wilhelm Garve, Projektleiter bei der Schlösserverwaltung, sagt. Der Ginkgo sei ein Männchen, wie in Europa üblich, da in unseren Regionen die Früchte der Weibchen einen zu stark unangenehmen Duft verbreiten würden. Bis der neue Baum Schatten spendet, erfordere es von den Güstrowern und den Schlossgarten-Besuchern noch etwas Geduld. In etwa fünf Jahren, so schätzt Garve, sollte der Baum sich an seinen neuen Standort gewöhnt haben – und dann sichtbar kräftiger wachsen.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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