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Güstrower Anzeiger

30. August 2016 | 19:12 Uhr

Kreisverband Güstrow : DRK-Vorstand bleibt hart

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Peter Struve wehrt sich gegen Verdi-Angriffe / Ausgliederung des Rettungsdienstes kein Tabu mehr

Verhärtete Fronten: Nach dem Warnstreik von Rettungsdienst-Mitarbeitern vor zwei Wochen in Güstrow (SVZ berichtete) geht jetzt der DRK-Kreisverband Güstrow in die Offensive. „Wir werden uns keinen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes aufdrücken lassen. Wir sind kein öffentlicher Dienst“, sagt der DRK-Vorstandsvorsitzende Peter Struve und schiebt hinterher: „Wir können als Kreisverband auch pleite gehen.“ Als letzte Konsequenz sieht er bereits eine Ausgliederung des Rettungsdienstes aus dem DRK-Kreisverband Güstrow. „Das ist keine Drohung, sondern eine Sache über die man sich unterhalten muss“, so Struve.

Falls die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Bogen weiterhin überspanne, sei der gesamte Kreisverband mit seinen 600 Mitarbeitern in Gefahr, befürchtet der Vorstandsvorsitzende. Verdi fährt ebenfalls harte Geschütze auf, bezeichnet die Gehälter der Rettungsdienst-Mitarbeiter als „Armutslöhne“ und zweifelt die öffentlichen Zuschüsse für den DRK-Kreisverband an, weil dieser den Warnstreik mit einer einstweiligen Verfügung stoppen wollte. „Wir wollten damit nicht das Streikrecht einschränken, sondern die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung gewährleisten“, kontert Struve. Das Gericht gab dem DRK-Vorstand Recht. Verdi hatte im Vorfeld des Warnstreiks eine Notdienstvereinbarung mit dem DRK während des Streiks angestrebt. „Doch damit wäre der Rettungsdienst nicht gesichert gewesen“, sagt Struve und zeigt sich verbittert: „Ich war schockiert über den Plan von Verdi, Rettungsfahrzeuge einfach stillzulegen.“ Auf dieser Basis sieht er „nur wenig Ansatzpunkte“ für Verhandlungen mit der Gewerkschaft. Unterdessen hat Verdi gegenüber dem DRK-Vorstand bereits weitere Warnstreiks angekündigt.

Struve verweist darauf, dass bereits seit längerem an einer Arbeitsvertragsrichtlinie innerhalb des DRK-Kreisverbandes Güstrow gearbeitet werde – auch zusammen mit dem Betriebsrat. Diese Richtlinie sollte dieses Jahr beschlossen werden, ist durch den Streik jedoch erstmal auf Eis gelegt. „Wir haben betriebsinterne Regelungen und brauchen keine von Verdi initiierten Regelungen“, unterstreicht Reinhard Frankenstein, Vorsitzender des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Güstrow. Verdi versuche zurzeit verstärkt, im DRK-Landesverband MV Fuß zu fassen und seine Tarifforderungen durchzudrücken. Aktuell sind rund die Hälfte der 100 Mitarbeiter des Rettungsdienstes in Güstrow, Bützow und Teterow bei Verdi organisiert.

Der DRK-Kreisverband betrachtet Verdi als Störenfried. Ohne dies explizit zu sagen hebt Struve im Streit mit den Rettungsdienst-Mitarbeitern hervor: „Wir müssen eine Lösung finden, vor allem durch interne Regelungen und nicht durch eine Aktion, mit der der gesamte Kreisverband geschädigt wird.“ Auch kündigt er ab dem 1. Juli eine lange geplante Gehaltserhöhung um 2,5 Prozent an.


 

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erstellt am 17.Jun.2014 | 06:00 Uhr

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