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Güstrower Anzeiger

04. Dezember 2016 | 19:25 Uhr

Sattler in Güstrow : Dank SVZ zum Lehrvertrag

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zwei Jahre suchte Sattlermeister Jörg Graumann nach Lehrlingen – vergebens. Dank eines Zeitungsberichts hat er nun gleich zwei.

Sattlermeister Jörg Graumann ist glücklich. Nach zwei Jahren intensiver Lehrlingssuche, hat der Güstrower Handwerker nun gleich zwei Auszubildende gefunden. „Wir hatten zwar über die Jahre viele Praktikanten hier, aber es ist niemand geblieben. Die meisten zieht es ins Büro, nicht in die Werkstatt“, beschreibt Jörg Graumann die momentane Situation auf dem Arbeitsmarkt. Schon im Frühjahr bemängelte er dies in einem SVZ-Artikel und bekam prompt Antwort. „Gleich zwei Jugendliche haben sich auf den Beitrag hin bei mir gemeldet und für ein Praktikum beworben. Das hat uns wirklich überrascht“, erzählt Graumann, der auf der Suche nach Azubis auf verschiedenen Jobmessen in Güstrow, Zehna und sogar Schwerin war – ohne Erfolg.

Lisa Asmus und Sebastian Groth schnupperten in den Februarferien in die Arbeit eines Sattlers hinein und Jörg Graumann war überzeugt. „Sie waren beide voll dabei, sehr wissbegierig und das ist wichtig in dem Job. Ansonsten fangen beide bei Null an“, sagt Graumann und fügt hinzu: „Ich habe beide gefragt, ob sie sich eine Ausbildung als Sattler vorstellen könnten und beide haben sich bei mir beworben.“

Die 20-jährige Lisa Asmus lebt mit ihrer Familie in Kritzkow. Nach der Schule hatte sie viele Bewerbungen für die unterschiedlichsten Bereiche verschickt – erfolgreich waren sie alle nicht. „Eine Lehre im Handwerk hat mich interessiert und als ich den Artikel in der Zeitung gelesen habe, habe ich mich kurzerhand beworben“, berichtet sie. Besonders die Abwechslung gefalle der 20-Jährigen. Ob Möbel, Boote oder Sattel, der Beruf ist sehr vielseitig. „Ich finde es auch toll, dass sowohl mein Kopf als auch mein Körper bei diesem Job gefordert werden“, sagt Lisa Asmus, die es gut fand zuvor ein Praktikum bei Jörg Graumann machen zu können, um in den Job hineinzuschnuppern.

Auch Azubi-Kollege Sebastian Groth schätzt die Abwechslung. „Ich habe mich schon immer sehr für das Handwerk interessiert. Außerdem war es mir wichtig in der Region bleiben zu können, hier wo Freunde und Familie sind“, sagt der 16-jährige Laager. Die körperliche Arbeit sei für beide Lehrlinge anfangs ungewohnt gewesen. „Inzwischen haben wir uns daran gewohnt, aber natürlich gibt es auch Tage an denen es sehr anstrengend ist und auch mal etwas schmerzt“, beschreibt Sebastian Groth, den besonders die Boots- und Möbelsattlerei interessiert.

„Wir hatten nicht von Anfang an vor zwei Lehrlinge auszubilden, aber wir wollen beiden eine Chance geben und wir wissen ja nicht, ob auch beide bleiben“, verrät Sattlermeister Jörg Graumann, der langfristig denkt und hofft seine jetzigen Lehrlinge später auch als Gesellen zu übernehmen. „Darum ist mir auch wichtig, dass sie das Fach von der Pike auf lernen und auch die Schule besuchen, um beispielsweise auch etwas über die Lederverarbeitung zu lernen“, macht Jörg Graumann deutlich. Damit fangen seine Schützlinge in der kommenden Woche an. Ab Montag drücken sie drei Wochen lang die Schulbank in Rendsburg. An der dortigen Landesberufsschule werden zentral alle Raumausstatter und Sattler ausgebildet. Dort leben Lisa und Sebastian dann in einem Internat. „Wir sind schon ein bisschen aufgeregt, freuen uns aber auf die Schule“, sind sich die Azubis einig.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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