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Güstrower Anzeiger

05. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Auszeichnung : Courage-Preis für Karen Larisch

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landtagsfraktion Die Linke würdigt Engagement der Güstrowerin / Holter: Güstrow für Rechtsextreme ein Feldversuch

Zum fünften Mal vergab die Fraktion der Linken im Landtag Mecklenburg-Vorpommern den „Courage-Preis“. Premiere hatte die feierliche Veranstaltung gestern in Güstrow. Der Grund: Als Preisträgerin benannte die von der Fraktion eingesetzte Jury eine Güstrowerin. Überraschend kommt es nicht, dass Karen Larisch die mit 2500 Euro dotierte Ehrung erfuhr. Schon die SPD-Fraktion hatte die Linke-Kommunalpolitikerin für ihr soziales Engagement, für ihr Eintreten für Demokratie und Toleranz und gegen Rechtsextremismus besonders gewürdigt.

„Wie viel Angst muss da sein, um einen Courage-Preis auszuloben?“, fragte Festrednerin Gabriele Gysi. Die Schwester des langjährigen PDS/Linke-Frontmannes schlug einen anschaulichen Bogen von den Bürgerkriegsereignissen und deren globalen Auswirkungen bis in unsere Gesellschaft hinein, mit Ängsten die kommen, geschürt werden und real existieren. Diesen Ängsten, würdigte Gysi, setze Larisch mit dem soziokulturellen Projekt „Villa Kunterbündnis“ ein „Stopp“ entgegen.

Aus neun Vorschlägen und Bewerbungen, die bei der Linksfraktion eingingen, nominierte die Jury zwei Organisationen und zwei Personen für die gestrige Ehrung: Neben Karen Larisch waren das Barbara Kirchhainer aus Sanitz, die sich seit Jahren für die Pflege einer Willkommenskultur in ihrem Heimatort einsetzt, die SG Ludwigslust/Grabow für ihre zehnjährigen Integrationsleistungen mit Asylbewerbern sowie das Medinetz Rostock, in dem vorrangig Studenten und Ärzte gesundheitliche Versorgung von Menschen gewährleisten, die schuldlos ohne Versicherung sind. „Allen Vorgeschlagenen gilt für ihr mutiges Engagement für Demokratie und Toleranz unser höchster Respekt“, erklärte Fraktionsgeschäftsführer Torsten Koplin.

Für die Jury ragt Karen Larisch da noch heraus. Wiederholt sei sie Anfeindungen und Bedrohungen aus dem rechtsextremen Milieu ausgesetzt, die auch vor ihrer Familie nicht halt machten. Von ihrem Einsatz für Menschen in Not, gleich welcher Couleur, lasse sie sich dennoch nicht abhalten, stellte Helmut Holter heraus. Der Fraktionschef der Linken bezeichnete Güstrow als „Brennpunkt“, an dem Rechtsextreme seit Jahren einen „Feldversuch“ initiierten und glaubten, die demokratische Gesellschaft hier unterwandern zu können. Karen Larisch aber mache den Unterschied nicht zwischen etwa Flüchtlingen und Deutschen, sondern zwischen Arm und Reich. Das mache sie zu einer „modernen Mutter Courage“. Und: Die „Villa Kunterbündnis“ stehe für Aufklärung, was ihren Gegnern erst recht ein Dorn im Auge sei.

 

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