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Güstrower Anzeiger

05. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Güstrow : Bunter Anstrich für „graue Maus“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die LEA GmbH bringt den Gebäudekomplex im Güstrower Heideweg 60 Schritt für Schritt auf Vordermann.

Jörg Eichhorn steht vor dem Gebäudekomplex im Heideweg 60, schaut in die Runde und ist zufrieden, was sich schon alles getan hat. Die „graue Maus“ des Wohngebietes in der Güstrower Weststadt, die in der Vergangenheit auch wegen Unsauberkeit für Unmut bei den Nachbarn gesorgt hatte, schickt sich an, ihr Image zu verbessern. Sichtbares Zeichen sind seit einigen Wochen die Regenbogenfarben grün, blau und gelb, in der die Fassade gestrichen wurde – ein Hingucker, wer durch den Heideweg geht oder fährt.

Den Auftrag, alles nach und nach schick zu machen, hat sich die LEA GmbH Güstrow gestellt, die seit 15. April 2015 Eigentümer des Grundstückes ist. Sie kaufte es von der Nordhaut GmbH. Güstrower kennen das Gebäude aus DDR-Zeiten vor allem als Domizil des VEB (volkseigener Betrieb) Tierische Rohstoffe und nach der Wende als Sitz eines Elektro-Großhandel-Fachmarktes.

Jörg Eichhorn ist seit 1. Mai der Geschäftsführer der GmbH. „LEA steht für Lernen, Erleben und Arbeiten. Gegenstand unserer Tätigkeit sind die gewerbsmäßige Förderung und Unterstützung aller gemeinnützigen Geschäfte des Güstrower Bildungshauses“, erklärt der Unternehmer. Das Bildungshaus ist gleichzeitig einer von zwei Gesellschaftern. Die GmbH ist für die Vermarktung, die Vermietung, das Gebäudemanagement, für alle Abrechnungen sowie für den Um- und Ausbau verantwortlich. „Das ist eine Menge Arbeit, denn seit April 2015 hat sich der Komplex gut gefüllt“, und Jörg Eichhorn zählt auf: Güstrower Bildungshaus, Bützower Bildungsverein mit einer Metallwerkstatt, neun Wohnungen, ein Friseur und eine Versicherung. Auch der Abstinentenklub Güstrow hat hier eine neue Heimstatt gefunden (SVZ berichtete).


Abbrechern eine Chance geben


Das Güstrower Bildungshaus – seine Zentrale ist im Haus des Handwerks – hat mit dem Gebäude eine Möglichkeit gefunden, seine Ausbildungskapazität zu erweitern. Im Heideweg befindet sich beispielsweise eine Holzwerkstatt. Die Produkte, die in der Werkstatt hergestellt werden, werden ebenfalls von der LEA GmbH veräußert, eine weitere Aufgabe. Auch eine Küche, in der Köche und Restaurant-Fachkräfte ausgebildet werden, befindet sich in dem Komplex. Was in der Schul-Küche gekocht wird, kommt zum Frühstück und Mittagessen auf den Tisch. „Das Angebot wird gut angenommen“, sagt Eichhorn.

Vor allem Jugendliche, die nach mehreren Anläufen bei der Arbeit oder in der Lehre gescheitert sind und auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen haben, werden hier aufgefangen. Arbeitsamt und Jobcenter sind dabei die Partner. Rund 25 Jugendliche und Erwachsene arbeiten gegenwärtig in dem Haus. Einer von ihnen ist Kay Pfeil. Der 26-jährige Güstrower hat bereits dreimal eine Lehre abgebrochen, will es jetzt aber unbedingt packen. „Kay wird Tischler. Er ist der erste Azubi, der bei uns eine Lehre absolviert“, sagt Ausbilder und Tischlermeister Marko Krüger. Er sieht für Kay gute Chancen, dass er den vermutlich letzten Strohhalm nicht mehr loslässt. Sechs Jugendliche, deren Schwierigkeiten besonders groß sind, haben das Angebot genutzt, in die Wohnungen des Hauses zu ziehen. Jörg Eichhorn: „Sie können so rund um den Tag betreut werden.“

Für die Gesellschafter steht fest, dass in dem Haus noch mehr Potenzial steckt. Die 2000 Quadratmeter sind nicht komplett gefüllt. „Es ist auch längst noch nicht alles um- oder ausgebaut. Das wollen wir Schritt für Schritt realisieren. Wir haben z.B. Platz für weitere Wohnungen“, berichtet Eichhorn, der ebenfalls von dem haus profitiert. Der Einzelhändler, der zum Jahresende seine Jeans Factory auf dem Pferdemarkt schließt (wir berichteten), wird dort einen Teil seines Geschäftes weiter führen: Hockey 24 als Online- und Lager-Laden für die Hockey-Sportler. „Ich weiß, dass dieser Bedarf besteht und Güstrow als Hockey-Hochburg bietet sich dafür an“, erläutert er diesen Schritt einer Unternehmensgesellschaft, deren Mit-Gesellschafter er ist.

Geplant ist ebenfalls, eine Gaststätte mit Terrasse in dem Gebäude einzurichten. „Der Tannenhof bekommt hier ein neues Domizil. Damit wird die Koch- und Kellnerausbildung des Bildungshauses im Heideweg konzentriert. Ein Datum steht aber noch nicht fest“, berichtet Jörg Eichhorn.







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erstellt am 02.Dez.2016 | 05:00 Uhr

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