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Güstrower Anzeiger

28. Juni 2016 | 09:45 Uhr

Klecks : Brauchen Jugendliche Vorbilder?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Klecks hakte bei Schülern des John-Brinckman-Gymnasiums Güstrow nach / Psychotherapeutin: Vorbilder können wichtig sein

Schon seit dem frühen Kindesalter suchen wir uns Vorbilder, an denen wir uns orientieren und zu denen wir aufschauen. Das können einerseits ältere Geschwister oder unsere Eltern sein, häufig bewundern wir aber ebenfalls berühmte Persönlichkeiten. Jeder sucht sich seine Vorbilder nach anderen Werten aus.

„An Vorbilder orientiert man sich und versucht, ihr Verhalten nachzuahmen“, meint Psychotherapeutin Antje Hennemann-Muskulus aus Güstrow. „Sie sind wichtig, wenn sie positive Auswirkungen auf die Entwicklung haben und einem helfen, seinen eigenen Weg zu finden.“ Besonders für kleine Kinder sei es sehr wichtig, dass sie sich an ihren Eltern orientieren können.

Aber: „Es gibt auch ungünstige Vorbilder, die weniger gut sind und einem eher schaden. Das ist der Fall, wenn sie sich unangemessen verhalten, da man dieses Verhalten dann imitiert.“ Die Expertin sagt, dass für jeden Menschen andere Eigenschaften von Bedeutung sind, die ein Vorbild haben muss. Diese Eigenschaften entwickeln sich häufig erst im Laufe des Lebens: „Es kommt darauf an, was einem persönlich wichtig ist.“

Ebenfalls können Vorbilder unvorteilhaft sein, wenn man sich zu sehr an ihnen orientiert und versucht, das Leben einer berühmten Persönlichkeit nachzuleben. „Es gibt aber auch Menschen, die sich nicht an bestimmten Idolen, sondern eher an einzelnen Werten orientieren“, fährt Antje Hennemann-Muskulus fort. „Das ist auch gut.“

Die 15-jährige Birgit Klostermann aus Sabel hat nicht direkt ein Vorbild, sie bewundert aber zutiefst die Schauspielerin Audrey Hepburn. „Sie war eine klassische Schönheit und hatte einen guten Modegeschmack“, ist Birgit überzeugt. „Ich finde sie viel besser als einige Stars von heute. Audrey Hepburn war noch ein richtiger Hollywoodstar, doch sie ist nie abgehoben.“ Birgit weiß viel über das Leben von ihrem Idol und hat sie auch als Hintergrundbild auf ihrem Handy eingespeichert. „Audrey setzte sich für soziale Projekte ein, beispielsweise half sie Kindern mit Unicef“, erzählt die Neuntklässlerin.

Ebenfalls ist Birgit ein großer Fan von Taylor Momsen, der Sängerin der amerikanischen Band „The Pretty Reckless“. „Taylor Momsen hat einen coolen Style und ist sehr selbstbewusst“, erzählt sie. „Obwohl viele nicht mögen, was sie tut, macht sie ihr eigenes Ding und lässt sich nicht von ihrem Weg abbringen“. Birgit besitzt sogar ein T-Shirt und natürlich auch CDs von ihrer Lieblingsband. „Taylor lässt sich von niemandem etwas vorschreiben“, ergänzt sie. Birgit möchte später aber weder Schauspielerin, noch Sängerin werden, sie mag die beiden unterschiedlichen Frauen, weil beide für eine starke Persönlichkeit bekannt sind.

Für die 14-jährige Nele Wilken aus Güstrow ist ein Vorbild jemand, den man bewundert und der über bemerkenswerte Eigenschaften verfügt. So ein Vorbild hat sie in ihrem Großvater gefunden: „Er ist schlau, cool und lustig. Mein Opa hat ein großes Allgemeinwissen, ist an total vielen Sachen interessiert, sehr belesen und weiß auch zu allen möglichen Themen etwas“, erzählt Nele. Das alles sind für sie Eigenschaften, die sie an anderen Menschen bewundert oder sich selber aneignen möchte.

Auch der Güstrower Schüler Rando Bindig (14) hat sich ein Vorbild innerhalb der Familie gesucht. Er bewundert seinen Vater, der leider verstorben ist: „Er hatte einen guten Job und hat gut verdient. Das finde ich wünschenswert“, erzählt der Achtklässler.

Oscar Golatowski (13) hingegen orientiert sich an dem in der deutschen Nationalmannschaft spielenden Handballspieler Uwe Gensheimer. „Ich spiele selber auch Handball seit ich vier Jahre alt bin. Uwe Gensheimer mag ich sehr gerne, weil er sportlich erfolgreich ist“, meint er. Oscar könnte sich auch vorstellen, später beruflich Handball zu spielen. „Das wäre schön, aber es ist natürlich sehr schwer zu erreichen“, ergänzt der Güstrower Schüler.

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