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Güstrower Anzeiger

10. Dezember 2016 | 06:07 Uhr

Verein : Bogenschützen neu in Klein Upahl

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Verein Bogenfreunde unterstützt benachteiligte Menschen – Mitglieder und Unterstützer sind stets willkommen.

Noch ist alles etwas provisorisch gehalten. Die Zielscheiben sind selbst gebaut und der Übungsplatz ist dem Bürgermeister Klein Upahls zu verdanken, der sich über etwas Aktion in seinem Ort freut, wie Rainer Havemann erzählt. „Einen Verein aufzubauen kostet Geld“, bringt es der Gründer der Bogenfreunde auf den Punkt. „Aber was zählt, ist, dass alle Menschen, denen Bogenschießen Spaß macht, die Möglichkeit bekommen, diesen Sport auszuüben.“

Seit seinem 20. Lebensjahr ist Havemann von diesem Sport fasziniert. „Ich kaufte mir eines Tages einen teuren Bogen, der mich noch Jahre begleitet hat, und fuhr damit zu einem Rostocker Verein, um dort Mitglied zu werden“, beschreibt er seine Kurzentschlossenheit, die sein Leben oft bestimmt hat. „Dort wurde ich erst einmal ausgelacht, weil ich mit zwei verschiedenen Sätzen von Pfeilen angereist war. Aber ich war Anfänger und wusste es nicht besser. Ich habe daraufhin eine eigene Untergruppe mit Bogenschießen im Güstrower Sportverein Grün-Gold aufgebaut. Aufgrund eines Umzugs verlief sich die Gruppe. Seit März gibt es deshalb die Bogenfreunde in Klein Upahl.“

Der Verein unterstützt alle Interessierten

Rainer Havemann ist 59 Jahre alt und stammt aus Berlin. Man kann ihn als so etwas wie einen Weltenbummler und Lebenskünstler bezeichnen. Auf die eine oder andere Weise hat er immer versucht, die Welt zu verbessern. Drei Berufe erlernte er, unter anderem Bewässerungstechniker für Wüsten. Zu diesem Zweck verbrachte er drei Jahre in Israel, bis in Berlin die Mauer fiel und seine israelischen Kollegen befanden, er müsse dabei sein. So kam er wieder nach Deutschland, wo er Erziehungswissenschaften studierte und als Betreuungsfachkraft in verschiedenen Pflegeeinrichtungen arbeitete und auch heute noch tätig ist. „Was hat man als behinderter Mensch in einer solchen Einrichtung vom Leben?“, fragt er und gibt auch gleich die Antwort: „Man bekommt Kuchen und das war’s.“ Havemann wollte mehr für seine Schützlinge und brachte ihnen seine sportliche Leidenschaft, das Bogenschießen, nahe. „Es ist ein teurer Sport. Die Scheiben halten bei einem leichten Bogen um die 1000 Schuss aus. Eine neue Scheibe kostet je nach Modell rund 50 Euro“, rechnet Havemann. „Nicht nur für behinderte Menschen mit einem geringen Tagesgeldsatz ist das schwierig. Auch sozial benachteiligte Menschen wären eigentlich von diesem Sport ausgeschlossen. Deshalb möchten wir mit einem vergünstigten Jahresbeitrag dafür sorgen, dass jeder teilnehmen kann, der möchte.“

Respekt ist eine wichtige Grundregel bei den Bogen-freunden. „Der Respekt vor seinen Mitmenschen, vor Tieren – vor allem Leben“, beschreibt Havemann seine Philosophie. „Bei den Bogenfreunden geht es nicht um Mitleid für sozial Benachteiligte oder behinderte Menschen. Es geht um Gleichberechtigung. Allen Interessierten sollen dieselben Möglichkeiten offen stehen. Wir legen Wert auf gute Technik und wir möchten, dass unsere Mitglieder bei Meisterschaften mitschießen können. Wer mitmachen oder uns unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.“

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erstellt am 22.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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