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Güstrower Anzeiger

07. Dezember 2016 | 09:41 Uhr

Krippenmuseum Güstrow : Blick auf Bräuche und Traditionen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Norddeutsches Krippenmuseum in Güstrow in dieser Woche geschlossen – Umbau der Ausstellung für Weihnachtszeit

Vorsichtig nimmt Eva Steinkraus eine Figur der Papierkrippe von den Philippinen aus der Vitrine, schaut sie andächtig an, geht mit dem Staubwedel darüber und legt sie eingewickelt in einen Karton. Im Norddeutschen Krippenmuseum in der Heilig-Geist-Kirche wird in dieser Woche umgebaut. Die neue Ausstellung steht unter dem Motto: Krippen – Bräuche – Traditionen. Sie wird bekannte und bisher unbekannte Weihnachtskrippen – zusammen rund 100 – zeigen.

Die Umbauphase bedeutet für Heidemarie Wellmann von Förderverein der „Weihnachtskrippen in Heilig Geist – Mechthild und Dr. Rudolf Ringguth Stiftung“ und ihr Helferteam jedes Jahr Stress. Diesmal kommt noch etwas hinzu. „Wir geben rund 50 Krippen in eine Ausstellung in Kühlungsborn“, berichtet Heidemarie Wellmann. In der nächsten Woche werde man den Aufbau der Ausstellung in der Katholischen Kirche und im Haus des Gastes in Kühlungsborn unterstützen, deshalb müsse alles schnell gehen. In der Heilig-Geist-Kapelle sollen die Ausstellungstücke am Freitag alle an ihrem Platz sein. „Danach muss dann noch dekoriert werden. Das geschieht in der nächsten Woche“, kündigt die Koordinatorin an. Mit ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren wird man dann am Freitag, 25. November, die umgebaute Ausstellung eröffnen. Am 1. Advent beginnt die Hochsaison fürs Norddeutsche Krippenmuseum. Bis zum 15. Januar wird dann täglich geöffnet sein. Angeboten werden auch Führungen, die individuell zu vereinbaren sind.

Für die neue Ausstellung wurden Krippen ausgewählt, die landestypische Bräuche und Traditionen herausstellen. Heidemarie Wellmann nennt die polnischen Tragekrippen als Beispiel. Solche Tragekrippen können mit beweglichen Figuren ausgestattet sein, so dass die Weihnachtsgeschichte vorgespielt werden kann, berichtet die Koordinatorin und weiß, dass es bis heute im polnischen Krakau einen Wettbewerb um die schönste Tragekrippe gibt. Es werden auch Christkindl (Einzeldarstellungen) und Weihnachtsengel gesondert gezeigt. „Eine Tradition aus Süddeutschland und Südeuropa“, erklärt Heidemarie Wellmann und verweist weiterhin auf den Brauch der Schimmelreiter. Verkleidete Gestalten ziehen in den heiligen Nächten durchs Dorf, klopfen an die Fenster und Türen und erschrecken die Menschen – ein Brauch aus Polen, der durchaus auch in Mecklenburg bekannt ist, so Heidemarie Wellmann, die sich auf mehr als 20 freiwillige Helfer verlassen kann. Einige würden die Aufsicht im Krippenmuseum sehr regelmäßig übernehmen, andere nur einmal im Monat, berichtet sie. Eva Steinkraus ist neu in der Riege. Nach dem TV-Gottesdienst im vergangenen Dezember in der Heilig-Geist-Kirche/Krippenausstellung habe sie den Entschluss gefasst zu helfen, sobald sie in Rente ist. „Ich liebe Weihnachtskrippen“, sagt Eva Steinkraus, die nun seit wenigen Wochen im Ruhestand ist.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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