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Güstrower Anzeiger

05. Dezember 2016 | 11:28 Uhr

Güstrow streitet um Kulturgelder : Bekenntnis zur Kultur gefordert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Kulturausschuss will mehr Fachpersonal für Museum und Galerie Wollhalle.

Mehr Personal für die Kulturarbeit fordert der Kulturausschuss der Barlachstadt. Der Stadtvertretung soll ein entsprechender Beschlussantrag vorgelegt werden. Vorsitzender Hans-Georg Kleinschmidt (SPD): „Wir wollen ein Signal setzen, um in den Fraktionen eine Diskussion darüber anzufachen, was uns die Kultur wert ist.“

Hintergrund ist eine Beschlussvorlage von Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) zur Verlängerung und Erweiterung einer Vereinbarung der Stadt mit dem Tourismusverein. Demnach soll der Verein, der seit acht Jahren das städtische Museum am Franz-Parr-Platz aufsichtlich betreut, zusätzlich die Bewirtschaftung der Städtischen Galerie Wollhalle übernehmen. Um das sicherzustellen, so die Intention von Verein und Bürgermeister, solle der Förderbetrag der Stadt an den Verein von derzeit jährlich 100  000 Euro auf 140  000 Euro aufgestockt werden. Dies sei notwendig, um das erforderliche Personal für Öffnungszeiten an 365 Tagen im Jahr, Reinigung etc der Wollhalle absichern zu können, betonte Erich-Alexander Hinz vom Vereinsvorstand. Der Verein bekäme mit den Wollhalle-Räumen die Möglichkeit weiterer Angebote (beispielhaft „Güstrow genüsslich“), zugleich könnten die zumeist leerstehenden Räume des historischen Baus besser ausgenutzt werden. Zusätzlich wird weiterhin dem Verein das Museumsfoyer für die Güstrow-Information kostenfrei überlassen. Bürgermeister Schuldt spricht von einer Win-win-Situation.

Diese Vorlage hatte die Stadtvertretung in den Kulturausschuss zurückgewiesen, weil der sich deutlich positionieren und seine Fragen konkret benennen sollte. Denn der Fachausschuss hatte sich zunächst komplett der Stimme enthalten, was nach den Regularien einer Ablehnung gleich kommt.

Am Montagabend präsentierte der Ausschuss dem Bürgermeister seine Vorstellungen. Der aktualisierten Vereinbarung, die ab 2018 greifen soll, stimmt der Kulturausschuss „in allen Punkten“ zu. Die konzeptionelle Gestaltung von Museum und Ausstellungen in der Wollhalle solle weiterhin bei der (einen) Museumsmitarbeiterin liegen. Dies war auch nicht infrage gestellt worden. Um die Ausstellungen in gewohnt hoher Qualität weiterhin zu realisieren, wird jedoch eine Aufstockung der Personalkapazität in einer Größenordnung von 20 Wochenstunden als unerlässlich angesehen. Personal, das der Ausschuss bei der Stadt sehen möchte.

„Was wir haben soll erhalten bleiben“, sagt der Bürgermeister. Das sollte auch heißen: Mehr geht nicht. Schuldt verweist auf einen „hohen Kostendruck“, der auf der Stadt laste, die immer noch in der Haushaltskonsolidierung stecke. Der Stellenplan für 2017 sei auch noch nicht genehmigt. Eine Aufstockung des Stellenplanes sei deshalb nicht vorgesehen.

Der Kulturausschuss sieht jedoch Gefahr, dass es inhaltliche Abstriche geben wird, sollte die fachliche Betreuung von Museum und Galerie weiter so eng gefahren werden. Der Ausschuss mahnt: Die Barlachstadt mit einem derartigen wertvollen kulturhistorischen Hintergrund darf sich das nicht erlauben, muss Besuchern anspruchsvolle Kunst auch neben Ernst Barlach darbieten.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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