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Güstrower Anzeiger

26. März 2017 | 00:39 Uhr

Verkehr in Güstrow : Autofahrer mit Nachholbedarf

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Verkehrserziehung mit den Kindern der Kita Südlichter – erwachsene Verkehrsteilnehmer zeigen sich von ihrer schlechtesten Seite.

Eine Gruppe Vorschulkinder mit gelben Warnwesten steht heute Vormittag am Rand der Güstrower Friedrich-Engels-Straße. Sie halten die Ärmchen gestreckt und schauen, wie sie es gelernt haben, nach links, nach rechts und wieder nach links. Sie wollen die Straße überqueren, doch Auto- und Fahrradfahrer halten nicht an. „Unfassbar“, sagt Polizeihauptmeister Karsten Hamann. Der Präventionsberater übt mit den Kindern das Verhalten im Straßenverkehr, „wenn aber schon die Erwachsenen die Regeln nicht kennen, wie sollen unsere Kleinsten es dann lernen“, fragt er.

Eins ums andere Auto lässt sich von dem Übungsszenario am Straßenrand nicht irritieren, fährt oft nicht einmal langsamer, obwohl hier eine Kita ist. „Das erlebe ich immer wieder. Sowohl Rad- als auch Autofahrer haben große Defizite im Hinblick auf die Regeln im Straßenverkehr. Man kann wirklich nicht alles wissen, manches vergisst man vielleicht auch mit den Jahren, aber man kann es lernen“, findet der Polizeibeamte klare Worte. Die Erwachsenen hätten eine Vorbildfunktion, derer sie sich bewusst sein sollten. „Darum fangen wir mit der Verkehrserziehung schon früh an – wie hier in der Kita Südlichter – und schulen Menschen bis ins Seniorenalter“, sagt Hamann, der heute mit seinen Kollegen von der Verkehrswacht Theorie und Praxis in der Güstrower Kita vermittelte. „Und eines ist ganz klar: Erziehung fängt zu Hause an. Wir unterstützen und verfestigen hier nur“, macht er deutlich.

So sieht es auch Erzieherin Birgit Haertlé: „Das Leben besteht aus Wiederholungen. Alles was wir hier lernen, sollte zu Hause mit den Eltern wiederholt werden, damit die Kinder es verinnerlichen.“ Dass das nicht immer klappt, kennt die Erzieherin aus der Praxis. Und das zeigt sich auch bei dem Fahrradparcours mit Detlef Trützschler von der Verkehrswacht. „Einigen merkt man an, dass sie mit ihren Eltern üben, andere sind noch sehr unsicher auf dem Fahrrad“, sagt er.

„Es ist gut, dass wir hier in der Gruppe trainieren, da fühlen sich die Kinder gut aufgehoben und trauen sich auch mal was“, macht Birgit Haertlé deutlich und Kollegin Margitta Rupp fügt hinzu: „Für die Kinder ist die Verkehrserziehung eine aufregende Sache und sie finden das super. Wir arbeiten deswegen schon sehr lange mit Polizei und Verkehrswacht zusammen, um unsere Vorschulkinder fit für den Straßenverkehr zu machen.“ Wichtig sei aber, bekräftigt Polizeihauptmeister Karsten Hamann, dass sich auch alle Verkehrsteilnehmer befleißigen sich an die Spielregeln zu halten. „Steht ein Kind am Straßenrand und hebt den Arm, zeigt es, dass es über die Straße gehen will – da sollte man dann als Erwachsener auch anhalten. Das ist gegenseitige Rücksichtnahme“, sagt Hamann.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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