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Güstrower Anzeiger

07. Dezember 2016 | 21:20 Uhr

Fotografieren in Güstrow : Aus dem Internet ins reale Leben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Fototreff Güstrow wächst nicht nur im sozialen Netzwerk – die Fotofreunde treffen sich zu Stammtischen und Workshops in der Region.

Interessengruppen gibt es in den sozialen Netzwerken wie Sand am Meer. Ob nun Kleinanzeigen, Sportvereine oder Hundefreunde – für jeden Geschmack findet sich etwas im Internet. Selten treffen sich die Akteure jedoch im wahren Leben. „Wenn man ein gemeinsames Hobby hat, ist es doch schade, das ausschließlich auf das Internet zu beschränken“, erklärt Daniel Steinke (37), der gemeinsam mit Torsten Brinckmann, Tosten Ihde und Ralf Sawacki den Fototreff Güstrow ins Leben gerufen hat. „Solche Gruppen gibt es schon für viele Städte in MV, aber uns kommt es eben auch auf den persönlichen Kontakt an“, erklärt Daniel Steinke, der 1994 seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckte. „2013 habe ich mir aber erst eine Spiegelreflexkamera“, sagt Steinke, der seither seine Motive viel bewusster auswählt.

Den Fototreff gibt es inzwischen seit knapp zwei Jahren. „Das es ein so großes Interesse geben würde, hätten wir anfangs gar nicht gedacht“, erinnert sich Ralf Sawacki zurück. Zuvor hatte sich der 30-Jährige eher mit Fotoenthusiasten aus Rostock getroffen – doch das sei eher elitär und weniger persönlich gewesen. „Nicht so freundschaftlich, wie bei uns“, beschreibt Sawacki. Das sei wohl auch einer der Gründe, warum die Gruppe stetig wachsen würde. 140 Mitglieder zählt die Internetgemeinschaft auf Facebook inzwischen. „Wir sind wie eine große Familie – da kann es manchmal auch um ganz persönliche Probleme fern ab der Fotografie gehen“, erklärt Daniel Steinke, der auf dem Wichernhof in Dehmen tätig ist. Alle zwei Wochen gibt es einen Stammtisch im Güstrower Restaurant El Dorado. Morgen um 19 Uhr ist wieder ein Treffen. „Da kommen auch schon mal 26 Leute zusammen“, sagt Steinke und fügt hinzu: „Sogar aus Rostock, Sternberg, Wismar, Schwerin oder Hamburg kommen unsere Mitglieder.“

Die Truppe sei bunt gemixt, ergänzt Mitbegründer Torsten Ihde (45), der selbst seit seinem 14. Lebensjahr fotografiert. „Bei uns ist jeder willkommen – Laien wie Profis. Wir stellen nicht den Anspruch an die Qualität, sondern die Freude am fotografieren in den Fokus“, sagt der Strenzer. Vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Arzt, vom Lehrling bis zum Rentner sei alles bei ihnen vertreten. „Wichtig ist, dass man fotografiert, ob nun analog oder mit der neuesten Kamera auf dem Markt. Das überprüfen wir auch bei der Aufnahme in unsere Gruppe. Die Wahrung des Urheberrechts ist dabei ein wichtiges Kriterium“, macht Daniel Steinke deutlich. Innerhalb des Fototreffs werden auch gemeinsame Workshops organisiert, so entwickeln sich die Hobbyfotografen weiter und profitieren von einander. So sind am kommenden Wochenende beispielsweise Fotoaufnahmen unter dem Motto „Halloween“ geplant. „Wir haben dafür ein Kellergewölbe in der Gleviner Straße – richtig gruselig. Im vergangenen Jahr sind dabei wirklich tolle Fotos entstanden“, schwärmt Daniel Steinke.

Es finden sich zudem immer kleinere Gruppen zusammen, die Touren zu verschiedenen Mottos organisieren – Model- und Landschaftsfotografie oder auch Lost Place, also verlassene Orte, sind nur einige der Themen. Auch eine Fotoreise nach Dubai ist für das kommende Jahr in der Planung.

Obwohl bei den zweiwöchentlichen Stammtischen des Fototreffs das gesellige Beisammensein im Vordergrund stehe, könne das Restaurant bei so vielen Fotoenthusiasten auch kurzerhand zum Fotostudio werden. „Zuletzt haben wir spontan das Fallen von Tropfen in eine Kaffeetasse fotografiert – das gab eine ganz schöne Sauerei und tolle Fotos“, sagt Daniel Steinke mit einem Lächeln auf den Lippen und lädt morgen in das Restaurant El Dorado ein. „Wer Lust hat uns kennenzulernen, darf gerne vorbeischauen. Wir freuen uns“, sagt Daniel Steinke.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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