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Güstrower Anzeiger

01. September 2016 | 05:38 Uhr

Nebel-Kanal : Aufstieg für Fische

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stalu beginnt Neubau am Streichwehr bei Parum / In gut einem Jahr Durchlässigkeit für Getier von der Ostsee bis zum Krakower See

Baustart für den Rückbau des Streichwehrs an der Nebel bei Parum und Neubau einer Fischauf-stiegsanlage, einschließlich des Brückenneubaus auf der Verbindungsstraße Güstrow – Lüssow. Bis zum 30. September 2015 ist die Fertigstellung vorgesehen. Mit diesem Projekt werde die vollständige ökologische Durchgängigkeit des Gewässerverbundsystems Ostsee – Warnow – Nebel bis hoch zum Krakower See für Fische und Evertebraten erreicht, teilt das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu) mit. Amtsleiter Hans-Joachim Meier: „Mit diesem Vorhaben setzen wir die europäische Wasserrahmenrichtlinie an der Nebel im Landkreis Rostock konsequent weiter um.“

An dieser Stelle, etwa zwei Kilometer von Güstrow „kanalabwärts“ entfernt, teilt sich die Nebel in die Alte Nebel und in den Bützow-Güstrow-Kanal. Zurzeit erfolgt die Trennung und damit die Wasserzuführung in die Fließstrecke der Alten Nebel über ein Streichwehr, das als ein so genanntes Querbauwerk für Fische und Evertebraten ein unüberwindbares Hindernis darstellt. Der Hauptanteil des Abflusses wird aktuell über die Kanalstrecke abgeführt. Eine für naturnahe Fließgewässer typische und natürliche Fließdynamik werde damit im Laufbereich der Alten Nebel unterbunden.

In den vergangenen drei Jahren hat das Stalu bereits die Alte Nebel naturnah umgestaltet. Um die Überwindbarkeit des über 2 Meter betragenden Höhenunterschiedes zwischen der oberseitigen Kanalsohle und der anschließenden Sohle der Alten Nebel im Unterwasserbereich für die Tierwelt zu gewährleisten, wird das Streichwehr jetzt komplett zurückgebaut. Dieser Höhenversatz wird durch eine Fischaufstiegsanlage in naturnaher Bauweise abgebaut, womit die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers wiederhergestellt werde, erklärt Meier.

Der Amtsleiter beschreibt Details des Vorhabens, das in dieser Woche begonnen wurde: Die Trasse der Fischauf-stiegsanlage wird durch den Bereich des noch bestehenden Streichwehrs geführt. Die Gesamtlänge der Anlage wird damit 160 Meter bei einem Längsgefälle von ca. 1,5 Prozent und einer Solbreite von 10 Metern betragen. Über 29 Riegelreihen soll ein kontinuierlicher Abbau der Höhendifferenz vom oberwasserseitigen Einlauf (Kanal) bis hin zum Unterwasser (Alte Nebel) erfolgen. Das Querprofil der künftigen Anlage wird für unterschiedliche Abflussereignisse – Niedrig-, Mittel-, Hochwasser – dreigeteilt ausgebildet. Dabei soll eine stetige Funktionalität von Gewässerdurchgängigkeit und Hochwasserschutz gewährleistet sein. Zugleich könne eine natürliche Abflussdynamik in der unterliegenden Gewässerstrecke erreicht werden, erläutert Meier.

Die bisherige Wasseraufteilung am Streichwehr wird zugunsten der Alten Nebel umgekehrt, womit der Hauptanteil des Abflusses dann der Alten Nebel zufließen wird. Auch bei Niedrigwasserabflüssen werde die Wasserabgabe dann vorrangig über die Fischauf-stiegsanlage erfolgen.

Zur Überführung der Verbindungsstraße von Güstrow bzw. Parum nach Lüssow über die künftige Anlage muss eine neue Brücke gebaut werden. Diese wird als Einfeldbrücke mit einer Stützweite von 11 Metern nach einer Tiefengründung auf Spundwänden gebaut. Die Fahrspur des europäischen Radwanderweges Berlin – Kopenhagen wird in einen kombinierten Geh- und Radweg integriert.

Die Projektkosten werden laut Stalu insgesamt etwa 2,5 Millionen Euro betragen. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler)“ und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

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