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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Historische Eisenbahnverbindung : Auf Gleisen in Richtung Osten

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Vor 150 Jahren Bahnstrecke Güstrow-Neubrandenburg eröffnet

Im November jährt sich zum 150. Mal die Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Güstrow nach Neubrandenburg. Passend zum Jubiläum erscheint ein Buch über die „Friedrich-Franz-Eisenbahn in Mecklenburg“, das die Geschichte der mecklenburgischen Eisenbahn und die für das Land (damals) wichtigsten Hauptstrecken von Hagenow nach Wismar und von Lübeck nach Strasburg
(-Stettin) in ihrer Entwicklung von 1846 bis 2012 beschreibt. Autor Lothar Schultz wird das Buch am 19. November im AWG-Treff vorstellen. Autor Lothar Schultz gibt den SVZ-Lesern einen kurzen Einblick:

Eine staatliche mecklenburgische Eisenbahn, die die Situation des Eisenbahnwesens aus der Zeit der privaten Gesellschaften auf ein höheres Niveau entwickelte, gab es erst seit dem 20. Januar 1890. Umfangreiche Investitionen in das Eisenbahnnetz bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges kennzeichneten diese Zeit als „goldenes“ Eisenbahnzeitalter, welches erhebliche Verbesserungen im Verkehrswesen des Landes hervorbrachte. Der Rückstand zu anderen Landeseisenbahnen im Deutschen Reich konnte aufgeholt werden.

Ein Kapitel des Buches ist der Entwicklung des Bahnhofes Güstrow gewidmet. Ersichtlich wird, wie bescheiden die Anfänge waren. Die ersten von Bützow kommenden Züge endeten im später als Güterschuppen genutzten Gebäude, bis endlich 1858 das Empfangsgebäude eröffnet werden konnte. 1856 kamen Bestrebungen zur Weiterführung der Strecke nach Neubrandenburg auf, aber erst 1859 wurden die Voraussetzungen für den Bau der Strecke geschaffen. Hier entstand der Begriff „Ostbahn“. Der Bahnhof Güstrow entwickelte sich als wichtigstes Eisenbahnkreuz im Lande. Hier kreuzten die West-Ost-Strecke von Lübeck nach Stettin und die Nord-Süd-Strecke von Rostock nach Berlin.

Damit einhergehend, entstanden umfangreiche Gleis- und betriebswirtschaftliche Anlagen, die ihre Bedeutung bis 1990 behielten. Der ab 1950 ausgebaute Rangierbahnhof galt als Drehscheibe für den umfangreichen Güterverkehr. Mit der Einstellung des Güterverkehrs 1994 und dem folgenden Rückbau der Bahnhofsanlagen ist für Güstrow nur noch ein Knotenbahnhof für den Regionalverkehr verblieben.

Seit 1998 ist Güstrow in den Verkehrsverbund mit Rostock eingebunden. Statt früherer Personenzüge verkehren jetzt die S-Bahnen von Rostock über Laage und alternativ über Schwaan zum Endpunkt Güstrow. Die seit dem Jahresende 2013 eingesetzten modernen Triebzüge bieten im Stundentakt eine angenehme Reise mit ihrem Durchlauf bis Warnemünde.

Übrigens: Die Rostocker S-Bahn beging am 28. September ihr 40-jähriges Bestehen. Der Geschichte auch dieser Strecke ist ein weiteres Buch unter dem Titel „S-Bahn Rostock“ gewidmet, welches Lothar Schultz ebenfalls mit vorstellen wird.

 

 

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