zur Navigation springen

Güstrower Anzeiger

01. Oktober 2016 | 17:29 Uhr

Ginkgo im Schlossgarten : Am Stumpf sprießt wieder Leben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zerstörter Ginkgo-Baum im Güstrower Schlossgarten: Experte gibt Schösslingen keine Chance.

Rund 150 Jahre stand der markante Ginkgo im Güstrower Schlossgarten. Dann streckte ihn ein Sturm am 25. Juni nieder (SVZ berichtete). Heute zeugt nur noch ein Stumpf von seiner Existenz. Doch es scheint noch Leben in ihm zu stecken. Die Güstrowerin Ilse Cöster, pensionierte Beraterin für Grünplanungen, hat viele Schösslinge, die aus den Wurzeln des Stumpfes sprießen, entdeckt und wandte sich an unsere Zeitung.

Das imposante Aussehen des Ginkgo hat vielen Besuchern immer wieder eine Freude bereitet. „Er sah zu jeder Jahreszeit schön aus“, sagt der Güstrower Schnellzeichner Günter Ehrlich (82). Und seine Lebensgefährtin Waltraud Pompe (72) freut sich, dass jetzt wieder Leben am Stumpf zu erkennen ist: „Die Natur erobert ihren Platz zurück. Aber bei heißem Wetter sollte man die jungen Triebe gießen.“

Auch Ilse Cöster macht sich Sorgen. „Die Triebe sind noch sehr weich und stoßgefährdet. Ein Zaun oder eine Informationstafel könnten helfen, damit sie nicht abgemäht oder verletzt werden“, schlägt sie vor. Sie ist sich sicher: Wenn möglich, sollte man den Überlebensversuch des Baumes unterstützen. „Ob und wie das funktionieren kann, entscheiden am besten Experten“, schlägt Ilse Cöster vor.

Hoffnung also für den beliebten Ginkgo im Schlossgarten? SVZ hakte bei einem echten Experten nach. „Nein“, so die Antwort von Friedrich-Wilhelm Garve, Projektleiter für den Schlossgarten Güstrow beim Betrieb für Bau und Liegenschaften. Die Schösslinge würden vermutlich aus dem Stamm kommen. „Der Wurzelstamm fault bereits aus. Daraus lässt sich kein neuer Baum entwickeln, weil dem die Stabilität fehlen würde.“ Er gibt dem neuen Leben, dass sich gerade am Stamm entwickelt, keine Chance.

Aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten müsse der Ginkgo an Ort und Stelle neu gepflanzt werden. „Zuvor fräsen wir die Reste aus“, so Garve. Er holt bereits Angebote für einen neuen Baum ein. „„Voraussichtlich können wir den Ginkgo im November pflanzen“, sagt der Experte.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen