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Güstrower Anzeiger

04. Dezember 2016 | 17:17 Uhr

Selbsthilfegruppe : Alleinerziehend, aber nicht allein

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Alleinerziehende Mutter aus Güstrow will Selbsthilfegruppe ins Leben rufen und sucht dafür noch Mitstreiter aus der Region

Das Großziehen von Kindern ist für jeden Menschen eine Herausforderung. Noch schwieriger wird es, wenn Mutter oder Vater diese Hürde allein in Angriff nehmen muss. Alleinerziehende gehören zu den Personen, die mit am häufigsten dem Armutsrisiko ausgesetzt sind. Doch nicht nur finanziell haben es viele schwer, die Probleme sind weitaus umfassender. Deswegen will die Güstrowerin Clivia von Berg eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen.

Clivia von Berg hat drei Kinder und ist seit 17 Jahren alleinerziehende Mutter. Zwar sind zwei Töchter mittlerweile erwachsen und aus dem Haus, doch ein behindertes Kind zieht die Güstrowerin noch immer allein groß. Sie kennt alle Schwierigkeiten, die ein Alleinerziehender hat. „Wenn man 17 Jahre lang alleinerziehend ist, weiß man so einiges. Es ist sehr schwer“, sagt sie. Oft werde man zudem am Rande der Gesellschaft verortet.

Clivia von Berg scheut sich nicht davor, die Probleme offen anzusprechen. Sie weiß, dass sie damit nicht allein dasteht. Und genau deswegen will sie eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen, bei der die Menschen unter ihres Gleichen sind und wo für Bevormundungen kein Platz ist. „Wir wollen uns einmal im Monat treffen“, sagt die Güstrowerin. Neben dem Austausch soll es Vorträge geben sowie Frage-Antwort-Abende mit Experten. Außerdem sind gemeinsame Aktivitäten geplant. Die Elternteile können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder mitbringen wollen oder nicht. Es sei auch wünschenswert, wenn sich vertrauensvolle Kontakte ergeben, so dass auch mal abwechselnd auf den Nachwuchs aufgepasst werden kann und Mama oder Papa mal Zeit für sich haben. Clivia von Berg fasst die Ziele kurz und knapp zusammen: „Es soll sich eine Gemeinschaft zum Wohlfühlen entwickeln.“

Einige Alleinerziehende haben ihre Teilnahme bereits signalisiert. Aber es sollen weitere Gleichgesinnte mobilisiert werden. „Man muss beim Aufbau einer Selbsthilfegruppe Geduld haben“, weiß die Güstrowerin. Sie hofft aber, dass sich genügend Menschen finden – ausdrücklich auch Männer.

„Eine Gruppe Alleinerziehender könnte sich bei der Kinderbetreuung bei wichtigen Terminen aushelfen. Gemeinsame Unternehmungen könnten geplant werden und dabei ein Austausch über die Situation der Einzelnen in Gang kommen“, sagt Alice Hämmerling von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (Kiss) der Diakonie Güstrow. „Der Wunsch, diese Möglichkeiten in einer Gruppe zu verwirklichen, wurde von einer Alleinerziehenden an uns herangetragen.“ Als Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen wird die Kiss die Organisation und Koordination übernehmen. Es soll, sofern sich genug Interessenten melden, demnächst ein erstes Treffen in Güstrow stattfinden. „Dann wird geschaut, wo die Reise hingeht“, sagt Alice Hämmerling.

Interessenten können sich unter Telefon 03843 69 31 51 oder per E-Mail an kiss@diakonie-guestrow.de an die Kiss wenden.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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