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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

01. Oktober 2016 | 19:08 Uhr

Bürgermeister plant Oase : Zentrum für kranke Kinder in Boltenhagen?

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Clemens Amberg will jungen Menschen mit Leukämie eine Oase an der Ostsee bieten

Der Boltenhagener Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) spricht von einer „Idee mit Substanz“. Für Christiane Meier (CDU) wäre ein Zentrum für leukämiekranke Kinder und Jugendliche im Ostseebad „interessant“, aber wohl eher unrealistisch. Clemens Amberg, Projektsteuerer aus Bad Bevensen, stellte den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses im Festsaal erstmals seine Pläne für eine sogenannte Lebensoase in Boltenhagen vor. Amberg, der, wie er sagt, aus der Krankenhausbranche kommt, schwebt ein „Sehnsuchtsort und ein besonderer Platz zum Leben“ zwischen der Klützer Straße und der Wiechmannsdorfer Straße vor. Er möchte jungen Menschen mit Leukämie, „die ihre Haare verloren haben, die sich schämen rauszugehen“, eine Oase an der Ostsee bieten. Ambergs Plan: ein Rückzugsort mit einer Art Apartmenthaus und vielem mehr. „Das allerwichtigste sind für mich die Oasen“, sagte er. Ganz viele verschiedene. Zum Beispiel eine „Oase Spiel, Gesang und Therapie.“ Eine weitere wäre ein „Meeresschwimmwasserzentrum mit einem Kneippzentrum.“ Auch eine Bildungsoase kann sich Amberg gut vorstellen. Genauso wie ein Haus fürs Werken, ein Klangstudio und einen Garten der Sinne. „Wichtig ist, dass sich die Kinder dort wohl fühlen.“

Amberg sprach bei der Vorstellung des Projektes auch von einem Lichtturm mit geschlossener Aussichtsplattform auf die Ostsee, einer Kletterwand an der Nordseite und Solarpaneelen an der Südseite, die den Betrieb des Turmes mit Strom versorgen sollen. Die Lebensoase soll seinen Angaben nach ausschließlich für leukämiekranke Kinder sein und eine „Art Kurcharakter“ haben. Geht es nach Amberg soll der Einrichtung eine Universität angeschlossen werden. Sein Wunsch ist es, eine Universität aus Mecklenburg-Vorpommern dafür zu gewinnen.

Grundvoraussetzung für die Umsetzung der Lebensoase, das machte der Projektentwickler aber deutlich, sei es, ein passendes Grundstück zu finden. Notwendig für die Umsetzung seiner Ideen seien zunächst 3000 bis 4000 Quadratmeter. Später noch Erweiterungsflächen.

Bürgermeister Christian Schmideberg zeigte sich dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen. Er sagte: „Wir hatten hier schon ganz viele Investoren. Letztendlich gingen die Vorschläge aber alle nur in eine Richtung: Ferienwohnungen.“ Für Schmiedeberg sei das Projekt Lebensoase deshalb etwas „ganz anderes“ und „das erste Mal, dass ich etwas ganz Neues höre.“ Er plädierte dafür, „dass wir es ernsthaft weiter verfolgen. Ergebnisoffen natürlich.“

Für Christiane Meier hört sich das Projekt Lebensoase gut an. „Aber ich halte das für einen wohlgemeinten Wunsch, der nicht realisierbar ist.“ Die ehemalige Bürgermeisterin des Ostseebades hat erhebliche Zweifel an der Umsetzung. Vor allem, was die Mitarbeit einer Uniklinik angeht. Auch beim Thema Meerwasserschwimmbad hat sie Bedenken. „Unterhalten Sie sich mal mit den Klinikbetreibern hier. Das Schwimmbad dort ist gerade geschlossen worden, weil es nicht mehr erhalten werden konnte.“ Skeptisch ist Meier auch, was die Akzeptanz eines 30 Meter hohen Lichtturms angeht. „Es gab Aufstände in Boltenhagen, als es darum ging, einen Mast für D2 oder D1 zu errichten. Und der war keine 30 Meter hoch.“

Laut Christian Schmiedeberg war Clemens Amberg wegen seines Projektes schon mehrfach zu Gesprächen in Boltenhagen. „Jetzt, wo das alles schon ein bisschen Hand und Fuß hat, haben wir gesagt: Jetzt gehört das in den Bauausschuss. Auch, weil der sagen könnte: Brauchen wir so etwas hier oder nicht.“

Eine Grundsatzentscheidung darüber, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Michael Steigmann (Die Linke), könne allerdings noch nicht getroffen werden. Begründung: „Erst wenn wir weitere Unterlagen haben, können wir uns damit viel tiefgründiger befassen.“

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erstellt am 16.Sep.2016 | 11:45 Uhr

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