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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

01. Juni 2016 | 03:36 Uhr

Gadebusch : Windgegner: Alle Trümpfe ausgespielt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Unterschriften und Beschluss gegen Windräder / Letztes Wort hat Planungsverband

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen. Die Gadebuscher und Einwohner der umliegenden Orte scheinen eher zur letzten Kategorie zu gehören. Denn schon bei den ersten Windenergiegerüchten vor einigen Wochen, gingen sie auf die Barrikaden. Unterlagen belegten, dass Planer neun Windkraftanlagen auf einem 85 Hektar großen Areal zwischen Wakenstädt, Meierei Pokrent, Kaeselow und dem Gadebuscher Industriegebiet anstreben (SVZ berichtete).

Doch damit soll nun Schluss sein. Eine Interessengemeinschaft hat sich gebildet, kräftig Alarm geschlagen und Unterschriften gesammelt. In den vergangenen Wochen und Tagen wurde debattiert, gestritten und auch so manches Gerücht machte die Runde. Am Montagabend hatten sich rund 200 Gadebuscher und Wakenstädter auf den Weg zur Stadtvertretersitzung gemacht, um ihrer Haltung Nachdruck zu verleihen. Silke Hansen von der Interessengemeinschaft übergab dort an Bürgermeister Ulrich Howest einen Ordner mit 1732 Unterschriften.

Nun sind sich auch die Mitglieder der Stadtvertretung einig, dass Windbauern in Gadebusch keine Mühle auf den Boden bekommen sollen. Denn der Beschluss der Stadtvertretung sagt ganz klar, es werden keine weiteren Flächen zur Erzeugung von Windenergie aus Windkraftanlagen ausgewiesen. Im Papier heißt es außerdem: „Der Abstand von Windkraftanlagen zu den Grenzen der Wohnbebauung muss mindestens das Zehnfache der jeweiligen Anlagenhöhe betragen. Die Stadt lehnt einen Eingriff in die kommunale Planungshoheit ab“. Das Amt Gadebusch wird beauftragt, dem Amt für Raumordnung und Landesplanung diesen Beschluss unverzüglich mitzuteilen.“

Mit diesem Beschluss und der Unterschriftensammlung waren die Mitglieder der Interessengemeinschaft gestern in Grevesmühlen zur Informationsveranstaltung des Regionalen Planungsverbandes.

Die Stadt Gadebusch hat nun alles getan, um Windenergie fernzuhalten, sagt der Bürgermeister. Jetzt liege es allein am Planungsverband. Dieser wollte eigentlich am 17. Dezember in Schwerin über die Raumordnung entscheiden, hat den Termin jedoch kurzfristig abgesagt. „Wenn der Verband das Gebiet nicht als Windeignungsfläche ausweist, dann könnte die Sache vom Tisch sein. Aber es gibt immer noch die Möglichkeit eines Zielabweichungsverfahrens. Wir hoffen mal, dass es nicht so weit kommt“, sagt Howest. Aus den Fehlern der vergangen Wochen hat er jedenfalls gelernt: „Sollte es irgendwann noch einmal um Windkraft gehen, dann geht es nur mit einer Bürgerbeteiligung.“

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erstellt am 10.Dez.2014 | 00:11 Uhr

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