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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

26. September 2016 | 14:14 Uhr

Klosterkirche Rehna : Wandmalereien aufwändig gesichert

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Restaurator reinigte und konservierte die überregional bedeutenden Werke aus dem 14. und 15. Jahrhundert in der Klosterkriche

Nach achtwöchigen Arbeiten sind in der Klosterkirche Rehna die Reinigung und Konservierung von Wandmalereien nahezu abgeschlossen. Die Malereien entstanden im 14. sowie 15. Jahrhundert und haben mit ihren Darstellungen eine überregionale Bedeutung. Das Besondere an ihnen ist aus Denkmalschutzsicht, dass sie nie übermalt wurden. Dadurch stellen die Malereien bis heute unverfälschte Originale dar. Darauf zu sehen sind beispielsweise Heilige und Szenen aus dem Leben Jesus Christus’.

Restaurator Heiko Brandner spricht von einem sehr bedeutenden Wandbild-Programm mit starker figürlicher Prägung. Die Unverfälschtheit dieser Malereien ermöglichte es, werktechnische und kunsthistorische Besonderheiten und Parallelen zu untersuchen sowie vergleichende Studien durchzuführen. „Auch das macht diese Wandbilder bedeutsam“, so der Restaurator.

Behutsam und mit weichen Pinseln sowie Spezialschwämmen hatte der 52-Jährige in den vergangenen Wochen die Malereien in drei Arbeitsgängen gereinigt. „Wo es lose Farbschichten gab, haben wir sie zudem mit Bindemitteln wieder gefestigt“, sagt Brandner. Dort, wo bereits der Putz nicht mehr fest mit den Steinen verbunden war, setzte der Fachmann spezielle mineralische Injektionsmörtel ein.

Der Aufwand war so groß, dass rechnerisch pro Tag nur eine Fläche von etwa einem Quadratmeter gereinigt und konserviert werden konnte. Dabei zog es den Restaurator in der Kirche auf bis zu 20 Meter hohe Baugerüste.

Rund 48 000 Euro kostete die Reinigung und Konservierung der Wandmalereien. Das Geld dafür stellten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (15 000 Euro), das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege (23 000 Euro), die Siftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest (2000 Euro) sowie die Kirche/Kirchengemeinde Rehna (8000 Euro) bereit.

Die Restaurierungsarbeiten in der Kirche wurden notwendig, da von den Fenstern an den Wänden herunterlaufendes Wasser die Wandmalereien beschädigte. Vor allem der Schnee, der im Winter in die Fensterritzen wirbelte und dann schmolz, hatte den Bildern zugesetzt. Der Glaser Andreas Kluth-Brügemann aus Schönfeld-Mühle stattete die Obergaden-Fenster der Klosterkirche daraufhin in gut 15 Metern Höhe mit einer neuen Kondenswasserrinne aus Kupferblech aus.
 

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erstellt am 16.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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