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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

03. Dezember 2016 | 05:41 Uhr

Erhard-Bräunig-Preis : Verein erzeugt neues Wir-Gefühl

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Friedrichshagener Initiative kümmert sich um die Sanierung der Dorfkirche. Vorsitzender Schünemann: Es gibt Momente, da ist man sprachlos

Premiere für Nordwestmecklenburg: Die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG vergab gestern im Künstlerhaus Plüschow erstmals den Erhard-Bräunig-Preis für bürgerschaftliches Engagement. Preisträger ist der Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen e. V.. „Alle 44 Nominierten waren preiswürdig. Aber mit dem Friedrichshagener Projekt haben wir eines als Vorbild herausgegriffen. Eine Initiative, durch die so etwas wie ein neues Wir-Gefühl in dieser kleinen Gemeinde entstand“, sagt Ehrengast und Laudator Björn Engholm. Die Bürgerstiftung hatte den Preis im Gedenken an den 2015 tödlich verunglückten ehemaligen Landrat Nordwestmecklenburgs ausgelobt.

Der Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen wurde vor fünf Jahren gegründet und kümmert sich seitdem um die Sanierung der gut 600 Jahre alten Dorfkirche. Doch nicht nur das. Denn auch das Umfeld des Dorfes wird in diesem Zuge entwickelt. Heute ist das Gotteshaus als sogenannte Radwegekirche Anlaufpunkt vieler Radler, steht das Freizeitheim als Übernachtungsunterkunft und der Garten für Freizeitangebote zur Verfügung. Auch das Kirchenumfeld wurde in gemeinsamer Arbeit von Kirchengemeinde und Förderverein und der Unterstützung zweier örtlicher Landwirte neu gestaltet. Da wurde planiert, gereinigt und Rasen neu angesät.

„An einer Dorfkirche kann ein ganzes Dorf wachsen, vielleicht sogar eine ganze Region. Doch es ist wie immer im Leben: Einer muss den Anfang machen, einer die Initiative ergreifen. So ein Beispiel gibt uns der Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen“, sagt Michael Seidel. Der SVZ-Chefredakteur war eines von sieben Jury-Mitgliedern, die im Vorfeld die Entscheidung zur Preisvergabe getroffen hatten.

„Es gibt Momente, da ist man ganz einfach sprachlos“, rang Joachim Schünemann noch Minuten nach der Preisübergabe durch Björn Engholm Fassung. Der Vorsitzenden des Fördervereins bedankte sich bei allen Unterstützern, die an diesem „großartigen Vorhaben“ mitwirken. Der Verein hätte das Wirken von Erhard Bräunig stets im Gedächtnis. Immerhin habe er auch den Anstoß zur Gründung des Vereins gegeben. „Das geht doch nicht so weiter, da muss man doch was machen – das hat er damals gesagt, als er auf den miserablen Zustand der Kirche aufmerksam machen wollte“, so Joachim Schünemann.

Der Erhard-Bräunig-Preis würdigt vorbildliches, bürgerschaftliches Engagement einer oder mehrerer Personen, Initiativen oder Vereine. Die Bürgerstiftung versteht diesen als Preis für Menschen, die ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen und Initiative entwickeln. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

 

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erstellt am 14.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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