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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

26. September 2016 | 21:03 Uhr

Schwerin - Lübeck - Hamburg : Unternehmer will Transrapid – Politiker halten das für einen Scherz

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mehr Mut zu neuen Technologien hat der Firmengründer von Euroimmun, Prof. Winfried Stöcker, gefordert. Während eines Richtfestes in Dassow brachte er beispielsweise den Bau einer Magnetschwebebahn von Schwerin nach Lübeck bis Hamburg ins Gespräch. Doch statt auf Fortschritt zu setzen, werde hier vieles herunter geredet, wenn nicht gar verteufelt, sagte Stöcker vor zahlreichen Gästen. Seine Kritik richtete Stöcker auch an Politiker: „Sie sind zu feige, um etwas Anständiges, Vernünftiges und Technologieorientiertes durchzusetzen.“

Stöckers Ruf nach einer Magnetschwebebahn zwischen MV, Schleswig-Holstein und Hamburg rief gestern unter anderem Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe auf den Plan. Auf SVZ-Anfrage erklärte Saxe: „Auf einen ernsthaften Vorschlag würde ich einwenden: Das hohe Investitionserfordernis einer Transrapidstrecke erfordert zur Refinanzierung ein hohes Passagieraufkommen.“ Ein solches sei zwischen Lübeck und Schwerin bislang nicht festzustellen gewesen. Und: „Ein Transrapid als Hochgeschwindigkeitsangebot entfaltet seine Vorteile naturgemäß erst auf längeren Strecken ab 400 Kilometern. Lübeck und Schwerin sind sich also zu nah, um durch einen Transrapid verbunden zu werden“, so Saxe weiter.

Die Hansestadt Lübeck und die Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns trennen rund 56 Kilometer Luftlinie. Für den Fall, dass Stöckers Vorschlag scherzhaft gemeint sein sollte, würde Saxe ebenso scherzhaft einen Gegenvorschlag bringen: „Als Flughafenbetreiber (von Lübeck, d. Red.) wollte Herr Stöcker doch eher die Einrichtung einer täglichen Flugverbindung in Erwägung ziehen.“

Auch im Schweriner Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung sieht man in Sachen Transrapid derzeit keinen Handlungsbedarf. „Der Bau einer Transrapid- Strecke in MV wird derzeit nicht diskutiert“, erklärte Ulrike Sennewald. Sie ist die persönliche Referentin des Ministers. Nach ihren Angaben steht auch ein BahnlückenschlussRehna-Schönberg zurzeit ebenso nicht zur Diskussion.

Das Land MV hat beim Bund den Ausbau der Strecke Lübeck–Bad Kleinen mit Neubau einer Verbindungskurve bei Bad Kleinen für den Bundesverkehrswegeplan 2030 angemeldet. Das Projekt ist vom Bund in die Kategorie Potentieller Bedarf eingeordnet worden. „Das bedeutet, dass eine abschließende Projektbewertung, insbesondere die Kosten-Nutzen-Untersuchung, noch aussteht. Es kann daher momentan nicht bestimmt gesagt werden, ob und wann das Projekt umgesetzt werden wird“, so Sennewald.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 20:55 Uhr

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