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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

07. Dezember 2016 | 21:15 Uhr

Gadebusch : Toilettenhaus in der Warteschleife

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Platzierung am neuen Busbahnhof noch in weiter Ferne / Der Stadt Gadebusch fehlt es nach zwei Planungsjahren an Geld zum Umsetzen

„Wo bleiben die Toiletten. Hier rührt sich einfach nix in Gadebusch“, sagt Stadtvertreter Wolfgang Flaegel. Tagtäglich tourt der Busunternehmer mit weiteren Kollegen in Richtung des 2014 erbauten neuen Busbahnhofes. Ein- und Aussteigen im Linienverkehr klappt dort ganz gut. Ebenso der Wechsel auf die Schiene. Nur mit dem Bereitstellen eines öffentlichen WCs zum Verrichten der Notdurft, gibt es in Gadebusch augenscheinlich einen Planungs- und Finanzierungsstau. „Sollen die Leute die bereits verlegte Röhre nutzen“, fragt und mahnt Flaegel. Das Problem auf die Hoteliers in der Nachbarschaft abwälzen, das könne nicht das Ziel sein. Nicht zuletzt bot sogar Flaegel seinen Fahrgästen die Toiletten auf dem Betriebshof am Wasserwerk an. Doch Extratouren im Stadtgebiet sind nicht immer willkommen. „Da muss etwas passieren“, sagt der Gadebuscher und hält das Umsetzen des nicht genutzten Toilettenhauses in der Fritz-Reuter-Straße für machbar.

Nicht allein die Fahrgäste von Bus und Bahn dürfte dies freuen, selbst die Busfahrer würden während der bis zu 30 Minuten andauernden Standzeit nur all zu gerne die so wichtige Örtlichkeit nutzen.

Das Problem: In Gadebusch sind die Stadtkassen leer. Lässt sich das Umsetzen des Toilettenhauses nicht finanzieren. „Egal welche Fraktion ich anspreche. Überall gibt es die gleiche Aussage“, betont Flaegel. Mit Ja, Nein und kein Geld könne er nichts anfangen.

Bürgermeister Ulrich Howest kennt die prekäre Lage mit der Notdurft und hält die von Wolfgang Flaegel favorisierte Maßnahme für sinnvoll: Es gab 2015/2016 Gespräche über eine Umsetzung. Das Projekt ist realisierbar, schlägt allerdings mit rund 20 000 Euro zu Buche. Geld, das im aktuellen Haushalt der Stadt nicht vorgesehen ist.“

Allerdings hätte der Antrag auf Bereitstellung des Geldes doch längst erledigt sein können, moniert Flaegel. Eine Aufgabenstellung, die sämtlichen Stadtvertretern auf der jüngsten Sitzung im Rathaus in Erinnerung gerufen wurde. „Dann müssen wir das Geld in 2017 einplanen“, sagt das Stadtoberhaupt und macht deutlich: „Haushaltstechnisch dürfen wir keine neuen freiwilligen Leistungen finanzieren. Das sind die Vorgaben des Landkreises. Folglich müssen wir in anderen Positionen einsparen, Streichungen vornehmen.“ Ohne dass die Stadt bei der Bereitstellung von Eigenmitteln beispielsweise die Sporthallensanierung oder das Ersatzfahrzeug der Feuerwehr gefährde.

Howest rechnet mit einem Entwurf zum Haushalt 2017 noch im November und eine mögliche Verabschiedung Anfang kommenden Jahres. Da die Stadt nicht wie Bund und Land auf üppige Rücklagen zurückgreifen könne, gehe nichts ohne diese Planung.

Wolfgang Flaegel macht sich unterdessen stark für einen auf Service orientierten Nahverkehr inklusive Nebenanlagen. Immerhin halten unter der Woche bis zu 40 Busse täglich am Knotenpunkt. Dafür investierten das Land und die Stadt rund 345 000 Euro - die Umsetzung des Örtchens war nicht im Plan. Um so aufwendiger scheint jetzt die Nachbesserung.  

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erstellt am 14.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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