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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

09. Dezember 2016 | 18:22 Uhr

von Lützow nach Ratzeburg : Studenten tüfteln Radtouren aus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hochschulprojekt „Kommen – Genießen – Bleiben“ erforscht die Potenziale für Radtourismus zwischen Lützow, Gadebusch und Rehna

Die Ausstellung mit Arbeiten von Wismarer Studenten zur Wiederbelebung des Schlossberg-Areals im Gadebuscher Rathaus ist noch gar nicht richtig abgebaut, da begibt sich eine kleine Gruppe Studierender bereits an ein neues Projekt. Unter dem Motto „Kommen–Genießen–Bleiben“ erforschen Josefine Peters, Rebecca Heypeters und Aulivio Hariananda gemeinsam mit Prof. Dipl.-Ig. Andrea Gaube, wie man Touristen und Einheimischen gleichermaßen auf den Geschmack bringen kann, die Region zwischen Lützow, Gadebusch und Rehna auf dem Fahrrad zu entdecken.

Dabei legen die Studenten den Fokus auf zwei Streckenführungen. Die Nordroute führt ausgehend von Gadebusch über Rehna, Groß Rünz, Dechow und Schlagsdorf nach Ratzeburg und von dort aus über Salem, Kittlitz und Kneese zurück in die Münzstadt. Die südliche Route beginnt in Lützow und führt weiter über Badow, Raguth und Neuhof nach Stintenburg am Schaalsee und auf dem Rückweg über Rögnitz und Randow nach Lützow.

Auffällig dabei ist, dass beide Touren an einem Ort beginnen, der mit der Bahn zu erreichen ist. Genau das ist auch gewollt. „Der Anschluss an eine Bahnlinie ist zur touristischen Erschließung und die regionale Entwicklung einer Region enorm wichtig“, sagt Prof. Andrea Gaube. Nur so könne man sinnvolle Angebote zur Erschließung einer Region entwickeln. Die Studiengangsleiterin des Masterfernstudiengangs Integrative StadtLand-Entwicklung an der Hochschule Wismar weiter: „Es ist wichtig, die Radtouristen erst einmal mit der Bahn hierher zu bekommen. Das funktioniert allerdings nur aus einer Richtung und dann auch nur bis Rehna.“ Deshalb plädiere sie auch für die Realisierung des von der Landespolitik offensichtlich nicht gewollten Lückenschlusses der Bahnstrecke zwischen Schönberg und Rehna.

Ungeachtet dieser Entscheidung, ob der Lückenschluss denn kommt oder aber nicht, zerbrechen sich die Studenten bereits den Kopf, welche Ziele und Übernachtungsmöglichkeiten auf welcher der beiden Routen es sich anzusteuern lohne. Im derzeitigen frühen Stadium sind gerade auf der Südtour viele Gärten und Schlösser als Anlaufpunkte kartiert. „Auf der Strecke wird insbesondere der Erholungseffekt von Gärten und Parks herausgearbeitet. Das ist eine besondere Qualität für ganz Mecklenburg-Vorpommern, die man als Erholungsstätte für Menschen beispielsweise aus der Metropolregion Hamburg in den Fokus rücken kann“, erläutert Rebecca Heypeters den Ansatz der Arbeit von Josefine Peters.

Der Dritte im Bunde hat eher museale, kulinarische sowie Erlebnis-Effekte im Visier. Das Rauchhaus Möllin, die Gläserne Molkerei Dechow, der Campingplatz Salemer See, aber auch das Grenzhus Schlagsdorf scheinen für Aulivio Hariananda lohnende Anlaufpunkte. Der junge Mann möchte, wenn er denn schon in Nordwestmecklenburg studiert, auf diese Weise so ganz nebenbei auch die Region näher kennenlernen.

In den nächsten Wochen wird das wissbegierige Trio Kontakt zu den verschiedensten Unternehmen und Institutionen in der Region aufnehmen, um sie als Grundlage für ihr Projekt zu befragen und die Ergebnisse in einer Datenbank zusammenzufassen. Was dann daraus wird, ist noch unklar. Eines steht aber bereits fest: Im April kommenden Jahres werden die beiden Radwander-Strecken während einer viertägigen Radtour im Selbsttest befahren.
 

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erstellt am 16.Nov.2016 | 04:15 Uhr

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