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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

09. Dezember 2016 | 12:37 Uhr

Münzstadt Gadebusch : Silbertaler für ein Königsbild

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher Reformationstaler gefragt. Erlös dient der Restaurierung eines historischen Gemäldes der Königskapelle

Die Westmecklenburger und Gäste legen in Silberwerte an: Der kürzlich in Vorbereitung des Luther-Jahres 2017 vorgestellte Gadebuscher Reformationstaler wird im Land stark nachgefragt. „Insbesondere die Version aus 999er Silber wird gekauft“, sagt Mitinitiator Gerhard Schotte. Ein Novum für die alte Münzstadt an der Radegast, denn der Taler mit dem Bild von Herzog Johann Albrecht I. wurde 1549 als Bekenntnis zur Reformation in Gadebusch geprägt.

Die nach 476 Jahren neu aufgelegte und auf 200 Stück limitierte Fassung in Feinsilber kostet immerhin 50 Euro das Stück. Mehr als 50 wurden in den ersten Wochen nach der Veröffentlichung bereits verkauft. „Wir mussten nachordern. Heute kam das Paket vom Münzkontor“, so Schotte.

Die Nachfrage nach dem Silbertaler signalisiert den Gadebuschern eine unglaublich große Verbundenheit zur Mecklenburger Geschichte. Schotte ist zufrieden, auch dann, wenn dier unlimitierten versilberten Fassung womöglich bis zu den Feierlichkeiten im Reformationsjahr weniger Beachtung geschenkt wird.

Mit der Aktion rücken neue Ziele in greifbare Nähe. „Wir verfolgen mit dem Silbertaler-Verkauf ein ganz anderes Projekt. Mit dem Erlös möchten wir im Jahr 2018 das Bild des Mecklenburger Herzogs Albrecht des III. und seines Sohnes Albrecht V. in der Königskapelle der Stadtkirche zu Gadebusch restaurieren lassen.“

Dass für die Restauration nicht gerade wenige Taler notwendig sind, wird beim Blick auf das aus dem 16. Jahrhundert stammende Bild mehr als deutlich. Dunkel und vergilbt präsentiert es sich dem Betrachter. Schotte und der Förderverein der Kirche wollen Licht ins Dunkel bringen. Letztlich geht es um die Geschichte des Landes. Albrecht III. wurde 1363 zum schwedischen König gekrönt. 1385 geriet er in dänische Gefangenschaft, kam nach Kopenhagen. Nach sechs Jahren Haft wurde er u. a. Durch maßgebliche Unterstützung der Stadt Gadebusch freigekauft. „Sein erster Weg führte ihn damals nach Gadebusch , wo er seine spätere Frau Königin Agnes in der Stadtkirche heiratete“, erzählt Schotte. Nach seinem Tod ließ Agnes die Königskapelle in Gadebusch errichten.

Mit Herzog Johann Albrecht I. und Albrecht III. gibt es zwei starke Verbindungen Mecklenburger Herzöge nach Gadebusch. Ein Stück Geschichte, die der Förderverein mit Unterstützung der Sparkassenstiftung weiter Publik macht. „Im Übrigen war der Silbertaler zur damaligen Zeit kein Geld für den gewöhnlichen Mann“, sagt Schotte. Die Neuauflage des Original shingegen schon, zumal diese einem guten Zweck dient. Erhältlich ist der Silbertaler u.a. in der St. Nikolaikirche Wismar und in der Buchhandlung Schnürl § Müller in Gadebusch.

 

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erstellt am 16.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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