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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

04. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

Gadebuscher muss in Haft : Serien-Einbrecher verurteilt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ein 27-jähriger Mann soll für die Taten in Gadebusch, Pokrent, Möllin, Ganzow, Lützow, Stöllnitz und Boissow verantwortlich sein

Von der Anklagebank direkt ins Gefängnis muss ein 27-jähriger Mann aus Gadebusch. Das Amtsgericht Wismar verurteilte ihn gestern zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ohne Bewährung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann für eine Serie von Wohnungs- und Gartenhauseinbrüchen verantwortlich ist. Tatorte waren Gadebusch, Pokrent, Möllin, Ganzow, Lützow, Stöllnitz und Boissow.

Bei seinen Einbrüchen warf der Mann zunächst mit einem Stein die Scheibe eines Fensters oder einer Terrassentür ein. Das sei, sagte Frank Moll vom Polizeirevier Gadebusch vor Gericht, das Markenzeichen des Einbrechers gewesen. Danach durchsuchte der Angeklagte die Wohnungen nach Wertgegenständen, um diese später zu veräußern. Dabei erbeutete er nicht nur Kameras, Computer, Festplatten, Mobiltelefone, Jagdmesser oder Spielekonsolen. Er hatte es auch auf Bargeld abgesehen. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft Kosmetikartikel, Ersatzautoschlüssel, einen Flachbild-Fernseher, Kettensägen, eine Simson S51, Geldkarten, Reisepässe, Impfausweise und sogar Zahnarzt-Bonushefte gestohlen haben. Die Einbruchserie hatte in und um Gadebusch für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Die Ermittler vermuteten zunächst, dass eine professionell agierende Diebesbande am Werk sein könnte. Auf die Spur des Gadebuschers kamen sie dann nach einem Gartenhauseinbruch. Kurz darauf entdeckten sie bei einer Hausdurchsuchung das Diebesgut. Immer mehr Taten konnten dem arbeitslosen Mann zugeordnet werden.

Ein Motiv war offenbar ein massiver Drogen- und Alkoholkonsum, wofür der Mann Geld benötigte. Er konsumierte damals nach eigenen Angaben regelmäßig Cannabis, Speed und Amphetamine. Pro Tag habe er zudem ein bis zwei Flaschen Wodka oder Whisky getrunken. Inzwischen sei er auch davon weggekommen.

Wenn auch ein Teil der gestohlenen Sachen zurück an die Eigentümer ging, so leiden sie nach wie vor an den Folgen der Wohnungseinbrüche. Sie benötigen teilweise bis heute die Hilfe von Psychologen. Auch Kinder sind betroffen, fürchten sich in der Dunkelheit. „Man steckt so etwas nicht einfach weg. Wir haben kurzzeitig sogar überlegt, unser Haus zu verkaufen“, sagte einer von zwölf geladenen Zeugen.

Für das Geschehene entschuldigte sich der 27-Jährige zwar gestern vor Gericht. Um eine Freiheitsstrafe kam er nicht herum. Von dem Urteil, so das Gericht, solle eine Signalwirkung ausgehen. Eine Woche lang können dagegen Rechtsmittel eingelegt werden. Seit etwa einem Monat saß der Gadebuscher bereits in Untersuchungshaft.

 

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erstellt am 09.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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