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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

05. Dezember 2016 | 11:28 Uhr

Köchelstorf : Regulierungswut verärgert Bauern

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach Milchpreisverfall und Ernteverlusten droht nun noch eine Verschärfung der Düngemittelverordnung im kommenden Herbst

Eigentlich kann Reinhard Drews, Vorstandsvorsitzender der Köchelstorfer Agrargenossenschaft eG, noch zufrieden sein: Die Krise durch den Milchpreisverfall hat das Unternehmen ebenso verkraftet, wie die eher schlechte Ernte in diesem Jahr. „So richtig schlecht war es Gott sei Dank nur mit dem Raps. Da hat uns neben der ungünstigen Witterung vor allem der Schädlingsbefall durch Rapserdfloh, Kohlfliege sowie durch Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke zu schaffen gemacht“, führt Drews aus. Das werde sich seiner Ansicht nach aufgrund des Beize-Verbots des Saatgutes und dem der Insektizidbehandlung während der Blüte noch verstärken. Für den Landwirt ein Zeichen von verfehlter Politik, da es dafür bisher keine Alternativen gibt und die Belastung der Umwelt, z. B. das Bienensterben, durch restriktivere Ausbringungsvorschriften minimiert werden könnte.

Noch viel schlimmer, weil alle Feldfrüchte betreffend, sehen Drews wie auch der Kreisbauernverband die neue Düngemittelverordnung der EU. Hintergrund dafür ist die zu hohe Belastung des Grundwassers mit Nitraten, also Stickstoff, weshalb Deutschland sogar Strafzahlungen an Brüssel drohen. „Wir zweifeln diese Beurteilung der Werte zumindest für Mecklenburg-Vorpommern an, da wir bei uns kein ausreichend dichtes Messstellen-Netz haben“, so Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg. So gebe es hier auf 1000 Quadratkilometern Fläche nur zehn Messstellen, in den meisten anderen Bundesländern seien es 50. Das heiße, dass ein schlechter Wert, z. B. durch eine Altlast oder einen punktuellen Eintrag, den Durchschnittswert massiv beeinflusst. „Wir führen ja schon jetzt Buch über die eingesetzten Düngemittel, den Ertrag und der daraus resultierenden Differenz der Nährstoffe, die im Boden bleiben. Und die lagen bisher auch weit unter den jetzigen und geplanten Grenzwerten“, so Drews. Da der Ertrag sich aber nicht nur nach dem Düngemitteleinsatz richte und bei schlechten Ernten diese Bilanz negativ ausfallen kann, worauf weniger gedüngt werden darf, sehen Landwirte wie Reinhard Drews und der Bauernverband diese Entwicklung mit Sorge. „Die Gefahr besteht, dass Ertrag und Qualität der Feldfrüchte sinken“, schaut Petra Böttcher mit Sorge in die Zukunft.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 20:55 Uhr

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