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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

09. Dezember 2016 | 04:54 Uhr

Interview Uwe Blaumann : Palmberg-Chef: „Ich bin nie zufrieden“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Uwe Blaumann im SVZ- Interview über Erfolg, neue Produkte, einen neuen Rekordgewinn und die schwierige Suche nach Fachkräften

Die Firma Palmberg Büroeinrichtungen und Service GmbH hat bei der Orgatec in Köln – die internationale Leitmesse für Ausstattung und Einrichtung von Büro und Objekt – wieder mächtig abgeräumt. In sechs von elf Kategorien lag der Büromöbel-Riese aus Schönberg auf Platz eins einer bundesweiten Befragung unter Büro-Fachhändlern. Im Interview mit der SVZ spricht Geschäftsführer Uwe Blaumann über Erfolg, neue Produkte, einen neuen Rekordgewinn und die schwierige Suche nach Fachkräften.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Auftritt auf der weltweit größten Büromöbelmesse, der Orgatec in Köln?
Uwe Blaumann: Die Messe ist für uns unheimlich positiv gelaufen. Wir sind sehr zufrieden, haben sehr viele Einkäufer bei uns am Stand gehabt.
Palmberg hat seinen Titel von vor zwei Jahren als bester Büromöbelhersteller Deutschlands verteidigt. Wie stolz macht Sie das?
Das macht mich sehr stolz. Aber nicht nur mich, sondern uns alle bei Palmberg. Denn so eine Auszeichnung ist ja immer eine Mannschaftsleistung. Ich persönlich freue mich aber nicht nur, dass wir den Titel verteidigt haben, sondern auch, dass wir seit zwölf Jahren immer unter den ersten Drei sind. Das zeigt, dass wir eine unheimliche Kontinuität haben.

Welche Gründe sehen Sie dafür?
Jeder erfüllt seine Aufgaben, ist engagiert. Nur so kommen diese Erfolge zustande. Wenn ich nur mal auf die Note 1,3 bei der Lieferpünktlichkeit schaue – das ist sensationell. Das beruht einzig und allein auf den eigenen Fuhrpark.

Welche Bedeutung hat die Orgatec für Palmberg?
Die Orgatec ist die größte Büromöbelmesse der Welt, findet alle zwei Jahre statt und ist für uns eine große Plattform, um uns unseren Kunden zu präsentieren, um unsere Neuentwicklungen vorzustellen und um zu zeigen, wer wir sind und wie wir dastehen.

Welche Neuigkeiten hat Palmberg in Köln präsentiert?
Wir haben sehr viel im Bereich Akustik getan und haben ein neues Programm vorgestellt. Das ist das Akustiksystem mit dem Namen Umbrella. Die Resonanz darauf war so positiv, dass wir dieses Produkt sofort weiter entwickeln und Mitte nächsten Jahres in die Serienreife bringen wollen. Dazu gehören Trennwandsysteme, Deckensegel, Wandabsorber – also alles, was man sich im Bereich Akustik vorstellen kann.

Palmberg hat in Köln auch erstmals zwei Küchenzeilen vorgestellt. Wie kam es zur Entscheidung, Küchen zu bauen?
Die Küche ist immer ein Bestandteil von mehreren Büros. Unsere Fachhandelspartner haben sich sehr gefreut, dass wir Küchen ins Programm aufnehmen, weil sie sonst im Küchenstudio nachfragen mussten. Und so bekommen sie alles aus einer Hand - mit einer Oberfläche.

Wie sieht die Auftragslage bei Palmberg aus?
Die Auftragsbücher sind seit Jahresanfang voll. In diesem Jahr hatten wir das Phänomen, dass die Bücher zu den Betriebsferien im Sommer sogar noch voller waren als zu Jahresbeginn. Wir arbeiten zurzeit mit sehr vielen Überstunden, auch mit Samstagsarbeit. Das wird sich auch bis Jahresende so hinziehen. Wir haben uns dazu entschieden, um unsere Kunden nicht allzu sehr zu verärgern.

Welche Gründe sehen Sie für die gute Auftragslage?
Das liegt zum einen an der überdurchschnittlichen Konjunktur, die in Deutschland herrscht, aber auch an unserem Umgang mit den Kunden, an unserem Vertrieb und an unserem Marketing.

Mit welchem Umsatz rechnen Sie in diesem Jahr?
Ich gehe von 93 Millionen Euro aus.

Das wäre ein neuer Umsatzrekord, fast zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Wie glücklich sind Sie damit?
Ich bin nie zufrieden, aber es ist doch ein sehr schönes Gefühl, zu wissen, dass wir unheimlich gut dastehen, dass man geschätzt wird beim Kunden, dass unsere Möbel gut ankommen und dass wir bei Produktentwicklung, bei Investitionen in den Maschinenpark und den Fuhrpark alles richtig gemacht haben. Unterm Strich kann man damit nicht unzufrieden sein.

Die Palmberg Büroeinrichtungen und Service GmbH hat zurzeit 510 Mitarbeiter, sucht weitere. Wie schwer ist es, Fachleute zu finden?
Es wird immer schwieriger. Wir suchen und wir würden den einen oder anderen einstellen, aber die Fachkräfte sind in der Tat rar. Wo es besonders kneift, ist im Bereich des Fuhrparks. Wir finden einfach nicht genügend Kraftfahrer. Deshalb arbeiten wir mit der Agentur für Arbeit zusammen und mit Fahrschulen. Wir versuchen, Leute zu gewinnen, die sich zum Lkw-Fahrer umschulen lassen.
 

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