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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

31. Mai 2016 | 02:05 Uhr

Gadebusch : Nächtigen, wie einst die Staatsmänner

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Salonwagen des ehemaligen DDR-Regierungszuges bezugsfertig

Bitte einsteigen! Ab dem morgigen Freitag sind in Gadebusch unvergessliche Nächte im Salonwagen, in „Erichs Schlafwagen“, möglich. Nach zweieinhalb Monaten Umbauzeit ist der Wagon aus dem ehemaligen Regierungszug der DDR instandgesetzt worden. Mit der Abnahme sind die Schlafwagenabteile bezugsfertig.

Holger Hempel, Betreiber der Station Burgsee, Hotelmanager Martin Burtzlaff und Servicetechniker Holger Majora schreiten den schmalen Gang des Reisezugwagens entlang. „Zimmer 2! Waschbecken in Ordnung, Halterung nachjustieren, Strom prüfen“, gibt Burtzlaff nach Sichtung zu Protokoll. Zwei Frottee-Handtücher gehören zur Ausstattung, aber für die Dusche am Waggonende wäre möglicherweise ein Duschtuch sinnvoll, meint Hotelmanager Burtzlaff.

Mehr an Luxus darf es allerdings auch nicht sein. „Wir haben uns der Einfachheit verschrieben, damit das historische Flair des Salonwagens nicht verloren geht“, sagt Holger Hempel. Alles möge so sein, wie in den 1970er- und 1980er-Jahren als der Zug in Betrieb ging und durch die Staaten des Warschauer Paktes und in Richtung Bundesrepublik rollte. Ab Freitag sollen die Gäste nächtigen, wie einst die Staatsmänner.

Trotz frischer Farbe an den Wänden, extra angefertigter Matratzen für die 1,60-, bis 1,80-Meter-Liegen, geht dem nun renovierten Gadebuscher Schlafwagen nichts verloren. Klare Linie ist angesagt. Dazu gehören die originalen Schranktüren, Kleiderhaken und Bezüge im Stil der 1970er-Jahre. „Obgleich jedes Zimmer originale Waschbecken mit kaltem und warmem Wasser hat, steht eine Duschkabine im Waggon bereit. Natürlich haben wir auch eine richtige Toilette installiert“, so Hempel. Wer genau hinschaut, wird sowohl hinter der Tür Fliesen „Made in GDR“ entdecken, als auch im Duschzugang das Reichsbahnsymbol nebst Schriftzug. Unangetastet blieb das Dienstwagenabteil inklusive Schaltzentrale. Wer mehr an Technik sehen möchte, der hat dank der verglasten Türen Gelegenheit, um Schrankwände , Klimaanlage sowie die Ölheizung des alten Regierungswaggons in Augenschein zu nehmen.

Wer auf Symbolik steht, der muss sich an besonderen Tagen nach Gadebusch aufmachen. Die noch in Herstellung befindlichen Hoheitszeichen der DDR und der Reichsbahn werden gegossen. „Wir werden diese nur zu Fotozwecken montieren. Was wir nicht wollen, ist eine Form von Ostalgie“, sagt Hempel.

Dennoch, der Salonwagen der ehemaligen DDR-Regierung hat seine eigene Geschichte. Die lockt Besucher an. „Die Werbung läuft auf unterschiedlichen Urlaubsportalen. Am Wochenende reisen Gäste aus Holland an. Nicht weniger Besucher kommen aus Deutschland und der Region. Anfragen gab es auch aus Spanien.Wir sind ausgebucht“, sagt Burtzlaff.

Bis Ende Oktober will die Station Burgsee mit Schnuppertagen für die unvergesslichen Stunden auf den Klappbetten werben. Hempel und sein Team versprechen sich mit derartigen Aktionen eine Aufwertung des ruhig gelegenen Standortes. Nicht zuletzt sind Fahrrad-Reisende oberhalb des Burgsees gern in Gadebusch gesehen.

Der Hotelmanager ist überzeugt, wenn kulturelle und touristische Angebote innerhalb von Gadebusch gut verknüpft sind, dass die alte Münzstadt ein gutes Programm bieten kann. Am Montag sind erst einmal die Radio-Komiker „Baumann und Clausen“ dran, die live die Werbetrommel in der Station Burgsee rühren. Wer von 7.30 bis 10 Uhr dabei sein möchte, muss sich eine der zu verlosenden Karten unter Telefon: 03886-2116566 sichern.

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erstellt am 21.Aug.2014 | 05:00 Uhr

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