zur Navigation springen

Gadebusch-Rehnaer Zeitung

07. Dezember 2016 | 13:31 Uhr

Vogelwelt : Möwen am Schaalsee beobachten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Silbermöwen, Mantelmöwen, Sturmmöwen und Lachmöwen sind immer wieder im Biosphärenreservat zu sehen

Im Winter gehört zu den Aufgaben der Ranger auch die regelmäßige Wasservogelzählung an den Gewässern des Biosphärenreservats. Wir erfassen dabei neben Kranichen, Blessrallen und den verschiedenen Gänse- und Entenarten auch die Möwen. Vier Möwenarten sind im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee häufig zu beobachten: Silbermöwen, Mantelmöwen, Sturmmöwen und Lachmöwen (Larus ridibundus).

Lachmöwen sind deutlich kleiner als die anderen drei Arten. Jetzt im Winter tragen sie ihr Schlichtkleid. Das Gefieder ist weiß gefärbt, nur die Oberseite der Flügel ist hellgrau und am Kopf gibt es einen hellgrauen Fleck hinter dem Auge. Schnabel und Beine sind rot. Erst im dritten Lebensjahr sind die Vögel voll ausgefärbt, dann ist im Brutkleid der Kopf dunkelbraun gefärbt. Nur Möwen mit einem dunkelbraunen Kopf als Zeichen der „Volljährigkeit“ werden in der Brutkolonie von den Artgenossen geduldet. Lachmöwen brüten in großen Kolonien sowohl an der Küste als auch im Binnenland. Voraussetzung ist, dass die Gewässer über Inseln, flutende Vegetation oder Sandbänke zur sicheren Anlage der Nester verfügen.

Auf der Insel Möwenburg im Schaalsee bei Zarrentin gab es früher eine solche Möwenkolonie. Als der Wasserstand vor dem Bau des Schaalseekanals (1924) noch höher war und die Insel noch unbewaldet, herrschten dort beste Brutbedingungen für die Lachmöwe. Damals waren solche Brutkolonien im Binnenland eine Seltenheit und die Insel wurde bereits 1934 unter Naturschutz gestellt. Sie gehört damit zu den ältesten Naturschutzgebieten in unserem Bundesland. Heute gibt es im Biosphärenreservat keine Brutkolonie der Lachmöwe mehr.

Trotzdem sieht man die lebhaften und auffälligen Vögel häufig an den größeren Seen im Gebiet, besonders während der Zugzeit im Frühling und im Herbst. Mein Kollege Mathias Hippke beobachtete über mehrere Jahre eine Lachmöwe mit der Ringnummer TN06. Anhand der Ringnummer konnte man recherchieren, dass es sich um ein Männchen handelte, das an der polnischen Ostseeküste beringt worden war und später auf der Insel Hiddensee brütete.

Wahrscheinlich überwinterte sie, wie die meisten europäischen Lachmöwen, an der südlichen Nordseeküste oder auf den Britischen Inseln. Sowohl im Herbst auf dem Weg in ihr Winterquartier, als auch im Frühling auf der Rückreise zur Insel Hiddensee, hielt sie sich mehrere Tage bis Wochen am Schaalsee bei Zarrentin auf. Gerade im Herbst schien es ihr hier sehr gut zu gefallen. Erst wenn die Temperaturen deutlich unter Null sanken, machte sie sich auf den Weg in wärmere Regionen. Im Jahr 2011 wurde die Lachmöwe mit der Ringnummer TN06 das letzte mal am Schaalsee beobachtet, zu diesem Zeitpunkt war sie mindestens acht Jahre alt.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Nov.2016 | 02:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen