zur Navigation springen

Miniaturschiffe in Wismar : Modellbauer zeigen neue Exponate

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Club Maritim veranstaltet am Wochenende im Wismarer Wassertor bereits die 11. Schiffsmodellbau-Ausstellung

Am kommenden Wochenende wird im Wassertor wieder vom Stapel gelassen und aufgetakelt, zumindest symbolisch. Denn die Initiatoren von Club Maritim präsentieren gemeinsam mit Akteuren aus Wismar und Umgebung die 11. Schiffsmodellbau-Ausstellung in jährlicher Folge. Der Eröffnungsauftakt mit Modellbauern und möglichst auch vielen interessierten Besuchern findet morgen um 10 Uhr im großen Turmsaal bei einem Gläschen Sekt statt. Damit sollen Engagement und anspruchsvolles Hobby der aktiven Teilnehmer gewürdigt werden.

An beiden Tagen, also auch am Sonntag, ist das Wassertor dafür von 10 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt für Gäste geöffnet. Die Annahme und Registrierung der Exponate beginnt heute ab 16 Uhr. Alle Ausstellungsstücke sind übrigens während der Zeit im Wassertor versichert, so die Information vom Clubvorstand. Kurzentschlossene, die ihre maritimen Raritäten gern noch zur Schau stellen möchten, können diese sogar noch kurzfristig am Sonnabend um 8 Uhr abgeben.

Ansonsten wurden bereits Wochen vorher an alle Stammaussteller die Teilnahmeeinladungen verschickt. Zu denen, die als erste ihre Teilnahme bekundeten, gehören der bekannte Buddelschiffbauer Jürgen Kubatz aus Boltenhagen oder der Modellbauer und Marinehistoriker Rainer Däbritz aus Tarnewitz.

Wie Kubatz während eines Besuches erklärte, bringt er wiederum Premierenexponate mit. Dazu gehört der Nachbau des legendären Rostocker Schwimmkrans, genannt „Langer Heinrich“, untergebracht in einer Riesenflasche. Weitere „Neuschöpfungen“ unter Glas sind ein Hebeschiff oder ein historischer Eimerkettenbagger. „Ein solcher Zweig der Berufsschifffahrt, wo es um besondere Arbeitsschiffe geht, wird bei Modellbauern fast immer vergessen. Bei mir eben nicht“, so der Spezialist für das besonders Filigrane. Seit mehr als 25 Jahren betreibt er sein Buddelschiffmuseum in der Ostseeallee.

Däbritz bringt dafür wieder ein Kapitel Wismarer und Stralsunder Seefahrtsgeschichte mit, in Gestalt solcher Modelle wie die Kuff, den Zweimaster „Elizabeth“, die Brigantine „Maria Christina“ und den Dreimast-Gaffeldschoner „Frühling“. Desweiteren präsentiert er einen Kriegsfischkutter der Deutschen Reichsmarine, über den er bereits im Stadtarchiv einen Vortrag hielt. Über all diese Exponate kann der gestandene Marinehistoriker viel erzählen.

So entstand zum Beispiel die „Maria Christina“ von 1793 bis 1794 als letzte Arbeit des Wismarer Schiffszimmermannsmeisters im Auftrage des Wismarer Reeders Christian Velthuseb & Sohn. Der Dreimast-Gaffelschoner „Frühling“ ex „Jenny Naval“, Baujahr 1921/22 besaß dagegen schon einen stählernen Rumpf sowie zusätzlichen Dieselantrieb. Das hatte der Tarnewitzer beim Modellbau ebenfalls berücksichtigt. Deshalb zieren 1000 Stecknadelköpfe als Miniatur-Nieten die Außenhaut.

 

zur Startseite

von
erstellt am 20.Apr.2017 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen