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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Upahl : Milchpreis: Bauern erhöhen Druck

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landwirte besuchen Molkereien in Upahl und Wismar und wollen bis Mitte Dezember wieder Erlöse von 40 Cent pro Liter Milch erzielen

40 Cent pro Liter Milch: Davon konnten die Landwirte bis vor gut einem Monat nur träumen. Doch das Tal der Milchkrise, als die Erzeuger von den Molkereien teilweise nur bis zu 18 Cent für ihre Milch bekamen, scheint durchschritten. Die Preise steigen, die Milchviehhalter werden selbstwusster und drängen auf faire Preise. „Bis Mitte Dezember erwarten wir Preise um die 40 Cent“, sagt Georg Maas.

Gemeinsam mit sechs weiteren Milchviehhaltern übergab der Lützower gestern eine Resolution an die Werksleitung des Arla Foods Deutschland-Standortes in Upahl. Darin wird das Unternehmen aufgefordert, in den laufenden Verhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel Verantwortung zu übernehmen und so einen Preis von 40 Cent pro Liter Milch kurzfristig zu ermöglichen. Doch verhandelt werden aktuell lediglich die Preise für die sogenannte „weiße Linie“ mit Frischmilchprodukten wie Trinkmilch, Speisequark oder Sahne. „Das macht also nur einen Teil aus. Diese Preise sagen noch nichts über die Entwicklung bei Käse, Joghurt oder Butter aus. Die werden separat verhandelt. Und alles zusammen ergibt in einer Mischkalkulation die künftigen Milchpreise“, so Wolfgang Rommel. Schnellstmöglich die geforderten 40 Cent zu erreichen, das sei nach Ansicht des Unternehmenssprechers der Arla Foods Deutschland reine Spekulation. Richtig und wichtig sei, den Preisverfall der vergangenen Monate rückgängig zu machen. „Wenn man allerdings vom jetzigen Milchpreis ausgeht, halte ich 40 Cent für ein sehr hehres Ziel“, sagt Rommel auf Anfrage gegenüber der SVZ.

Das sieht Georg Maas naturgemäß etwas anders. „Ich halte diesen Preis für sehr realistisch und keineswegs überzogen. Der Milchmarkt gibt das her“, so der Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Mecklenburg-Vorpommern. Sollte es nicht dazu kommen, würde dies dafür sprechen, dass die Molkereien wieder untereinander gekungelt hätten, so Maas.

500 Kühe hat der Lützower Landwirt auf seinem Hof, durchschnittlich geben diese 14  000 Liter Milch pro Tag. Da der aktuelle Preis von durchschnittlich 22 Cent aber immer noch zehn Cent unter der Wirtschaftlichkeitsgrenze liege, fährt Maas täglich ein Defizit von 1400 Euro ein. Sollte sich das nicht bald und flächendeckend ändern, so Maas, könnten immer mehr Milchbauern hinschmeißen und auf Ackerbau umschwenken: „Den Molkereien kann das alles andere als egal sein. Denn das würde über kurz oder lang auch ihren Untergang bedeuten.“

 

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erstellt am 04.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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