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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

07. Dezember 2016 | 17:20 Uhr

Vorwurf aus Wismar : Landkreis: SVZ hat manipuliert

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im Zuge der Bürgerbefragung zu einem neuen Landkreis-Slogan kommen schwere Vorwürfe aus dem Büro der Landrätin

Dieser Vorwurf wiegt schwer: Die Schweriner Volkszeitung soll das Ergebnis der gerade zu Ende gegangenen Bürgerbefragung zum Entscheid über den künftigen Slogan des Landkreises Nordwestmecklenburg manipuliert haben. Das jedenfalls behauptet Christian Drechsler.

In einer E-Mail an die Schweriner Redaktion der SVZ schreibt der Leiter des Büros der Landrätin von Nordwestmecklenburg: „Am 20.10.2016 hat die SVZ über die vom Landkreis Nordwestmecklenburg gestartete Bürgerumfrage berichtet. Aus dem Artikel wird ersichtlich, dass im Zuge der kritischen Recherche die Möglichkeit von Mehrfachabstimmungen durch die SVZ getestet worden ist. Durch die mehrfach abgegebenen Stimmen wurde das Abstimmungsergebnis manipuliert. Dem Landkreis ist natürlich daran gelegen, ein möglichst reales Votum der Bürger zu erhalten. Bitte teilen Sie mir die jeweils abgegebenen Stimmen mit, damit die Manipulation rückgängig gemacht werden kann.“

In besagtem Artikel aus dem Oktober hatten wir darüber berichtet, dass eine mehrfache Stimmabgabe mit einfachsten Mitteln und völlig unkompliziert für jeden Bürger möglich sei. Einmal durch die vom Landkreis selbst eingeräumte Möglichkeit der mehrfachen Stimmabgabe über gleich fünf verschiedene Kanäle. Denn neben Internet war eine solche zusätzlich per E-Mail, Fax, mit der Post oder aber durch die persönliche Abgabe in einem der beiden Bürgerbüros des Landkreises möglich.

Andererseits – und darauf bezieht sich der Vorwurf der Manipulation des Abstimmungsergebnisses – hatten wir durch einem simplen Praxistest nachgewiesen, dass eine Mehrfachabstimmung auch ganz allein über das Medium Internet völlig problemlos möglich war. Folgerichtig stellten wir in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Wert einer solchen Befragung.

Doch zurück zum Vorwurf der Manipulation des Umfrageergebnisses durch die SVZ. Dies würde bedeuten, dass nach dem ersten Abstimmungs-Klick mindestens einer unserer Tester von ein und demselben Computer mindestens ein zweites Mal seine Stimme im Internet hätte abgeben müssen. Entweder einen Tag später, nachdem eine Sperre zur Mehrfachstimmabgabe wieder aufgehoben war. Oder aber noch am selben Tag durch einen einfachen Wechsel vom üblicherweise genutzten auf ein anderes Computerprogramm zur Darstellung von Internetseiten, so genannten Internetbrowsern. Das wäre dann tatsächlich Manipulation. Ist so aber nicht passiert.

Passiert ist lediglich, dass nach seiner Stimmabgabe der erste Tester seinen Stuhl geräumt und einer zweiten Testperson Platz gemacht hat. Diese hat dann über einen anderen Internetbrowser am Computer des ersten Testers ihre eigene Stimme abgegeben. Eine mehrfache Stimmabgabe durch ein und dieselbe Person hat es also nicht gegeben.

Klar wurde aber eines, und genau das sollte mit dem SVZ-Praxistest deutlich gemacht werden: Manipulationen waren möglich.

Kommentar: Einfach lächerlich
Hoppla, was war das denn für ein Vorstoß des Büroleiters der Landrätin? Manipulation von Umfrageergebnissen durch die Medien? Warum hätten wir dies tun sollen? So wichtig ist das Ganze denn nun auch wieder nicht. Wer etwas manipulieren will, tut dies in der Regel, um Nutzen aus einer Sache zu ziehen. Den wiederum kann ich weit und breit nicht entdecken. Was der Absender des Manipulationsvorwurfes mit seiner Aktion erreichen wollte, erschließt sich mir also nicht. Fakt ist: Der Vorwurf als solcher ist unhaltbar und darüber hinaus einfach lächerlich.

 

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erstellt am 18.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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