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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

04. Dezember 2016 | 07:10 Uhr

Abfallgebühren im Nordwestkreis : Kosten für Müllentsorgung steigen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Unternehmen drängen auf Neuverhandlungen. Landkreis hebt Grundgebühren leicht an

Ab Januar 2017 verändern sich die Abfallentsorgungsgebühren im Landkreis. Für die Abfuhr der Restmülltonnen ist je nach Größe eine höhere Entsorgungsgebühr fällig. Die Erhöhung fällt moderat aus, die 60-Liter-Tonne beispielsweise wird um 7,20 Euro im Jahr teurer. Darauf verständigte sich der Kreistag Nordwestmecklenburg.

Norbert Frenz, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, führt die Veränderungen auf außerplanmäßige Ausgaben zurück: „Die Verluste betragen im Kalkulationszeitraum 2014 bis 2016 rund 200 000 Euro.“ Zahlen, die auf eine Veränderung des Marktes bei der Müllentsorgung zurückzuführen seien. So hätten die Entsorgungsunternehmen vorzeitig ihre Verträge gekündigt, weil die Tonnage bei Sperrmüllabfuhren entgegen früherer Zeiträume angestiegen. „Im Schnitt fielen 3700 Tonnen Sperrmüll an. Allein in 2014 waren es 4300 Tonnen. Bei 500 Tonnen mehr, macht das angesichts des veränderten Preisgefüges schnell eine halbe Million Euro aus“, sagt Frenz. Darüber hinaus stiegen die Kosten zur Entsorgung der Wertstoffe von 70 auf 126 Euro je Tonne Wertstoff. Allein daran beteilige sich der kreiseigene Betrieb mit zirka 15 Prozent. Die Veränderungen wirken sich nun auf die künftige Preisgestaltung aus.

Bei der Abfuhr der Restmülltonnen ändern sich die Beträge nur im Cent-Bereich, eine 60-Liter-Tonne kostet weiterhin 3,12 Euro, eine 240-Liter-Tonne statt 6,48 künftig 6,60 Euro. Deutlicher verändern wird sich die sogenannte monatliche Abfallverwertungsgebühr (Grundgebühr). Sie steigt bei den genannten Tonnen monatlich von 0,76 auf 1,32 Euro und 3,96 auf 6,96 Euro.

Die gestiegenen Kosten wird der Abfallwirtschaftsbetrieb nicht vollends an die Bürger weiter geben. Stattdessen wirkt sich die Gebührenrücklage aus früheren Jahren mildernd aus. „Diese wird schrittweise abgeschmolzen“, wie Dr. Roland Finke, Leiter der Stabsstelle im Landkreis, sagte. Ihm sei klar, dass sich niemand höhere Gebühren wünsche, aber der Nordwestkreis behalte im Landesvergleich mit die günstigsten Gebühren. Das betrifft insgesamt 65 000 Haushalt ohne die Kreisstadt Wismar.

Auch in kommenden Jahren will der Nordwestkreis mit der in früheren Jahren gebildeten Rücklage Schwankungen auf dem Entsorgungsmarkt abfedern. Die ab Januar 2017 gültigen Gebühren behalten bis Ende 2019 ihre Gültigkeit. Anschließend werden neue und noch zu verhandelnde Vertragswerke ihre Wirkung entfalten. „Wie diese Verhandlungen verlaufen, kann heute niemand sagen. Der Müllmarkt ist in Bewegung, auch der Ihlenberg möchte für den Restabfall Preisveränderungen herbeiführen“, erläutert Frenz das Procedere. Wie und ob sich das auswirke, werde erst mit Verhandlungsabschluss deutlich.

Für die Haushalte entscheidend: Wer mit einer kleinen Tonne auskommt, das Müllaufkommen reduziert und Wertstoffe trennt, für den fällt die Anpassung am geringsten aus. Bei großen Tonnen wird die Mehrbelastung in der Regel durch eine größere Anzahl von Nutzern getragen.

 

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erstellt am 13.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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