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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

26. September 2016 | 17:37 Uhr

Jugendkulturpreis geht nach Gadebusch : Jugend tanzt sich in die Herzen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nordwesten vergibt Kulturpreise an Eberhard Kienast aus Wismar und der „modern dance Gruppe I – The Ännisch Cruuuuw aus Gadebusch“

Ein offener Dialog über gesellschaftliche und politische Themen unterm Kirchendach in der DDR , 42 Jahre künstlerisches Wirken im Bereich Kirchenmusik und Chor: Eberhard Kienast, Leiter der Kantorei Wismar, erhält in diesem Jahr für sein Engagement den mit 1500 Euro dotierten Kulturpreis von Nordwestmecklenburg. „Er gab Hoffnung in einer bleiernen Zeit und hat durch seine Begabung sein künstlerisches Talent vielen Menschen anvertraut“, würdigt Manfred Harloff, Pastor im Ruhestand, das Wirken des Preisträgers in seiner Laudatio.

„Ein ehrenamtliches Engagement, das das Gemeinwohl über Eigeninteresse stellt“, so Landrätin Kerstin Weiss. Sie zeichnete eine insgesamt positive Entwicklung des Nordwestkreises und lobte all die nicht genannten Ehrenamtler im Kreis.

Durch ihr Wirken in der Jugendarbeit werden nicht selten die Grundsteine fürs Leben gelegt. Wie bei der „Modern dance Gruppe I – The Ännisch Cruuuuw aus Gadebusch“. Für sie verkörpert Tanzen Lebensfreude und mit eben reichlich davon begeisterte sie beim Jahresempfang der Landrätin an der Weißen Wiek in Boltenhagen. Die jungen Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren erhielten am Mittwochabend unter der Leitung von Anne Busack den Jugendkulturpreis 2016 (wir berichteten). Dieser ist mit 500 Euro dotiert. Tänzerinnen Annelie Riquartz und Judy Hansen konnten es anfangs nicht so recht fassen: „Wir waren erstaunt. Niemand wusste etwas.“

Seit zehn Jahren hat sich die Gruppe um Anne Busack dem Tanz verschrieben. „Viele Mitglieder verlassen nach der Schulzeit die Gruppe, halten dennoch Kontakt und bringen Auftritte wie das ,Hahnemann-Programm‘ bei städtischen Festen auf die Bühne. Die Tanzgruppe ist ein Aushängeschild nicht allein für die Stadt Gadebusch“, würdigt Kulturausschussvorsitzender Klaus Leuchtemann in seiner Laudatio das Engagement.

Tanzen und der soziale Zusammenhalt gibt den Jugendlichen zahlreiche neue Perspektiven. Zukunftschancen, die es möglicherweise ab Jahreswechsel nicht mehr gibt. In einem Leserbrief in der SVZ schrieb Anne Busack: „Wir sind traurig, wenn wir daran denken müssen, dass durch die Schließung des Mädchentreffs die gemeinsame Zeit vorübergeht.“ Worte die nachdenklich stimmen. „Ich kann hier und heute im Namen der Stadt Gadebusch versprechen, das wir alles versuchen, eine Alternative zu finden, dass sind wir diesen Mädchen und jungen Menschen schuldig“, verspricht Leuchtemann in seiner Laudatio.

Die an Leukämie erkrankte Anne Busack nimmt diese Worte mit Freude auf: „Ich bin froh, wenn die Mädchen weitermachen.“ Für die Zielvorgaben gibt es reichlich Applaus im Saal. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) kündigte noch am Abend eine Soforthilfe in Höhe von 1000 Euro an. Eine Finanzspritze, mit der der Mädchentreff und die Tanzgruppe den vor zwei Jahren durch die Stadt gekürzten Förderetat für den Mädchentreff ausgleichen können. Damit ist die Gala im Herbst gesichert.

Mädchentreff Leiterin Jutta Ahrendt gibt zum Jahreswechsel die Verantwortung für den Treff ab. Darüber hinaus hat der Trägerverein die Schließung beschlossen. „Ich setze meine Hoffnung darin, dass mit der angekündigten Zusammenarbeit mit dem DRK einige Projekte erhalten bleiben“, sagt Ahrendt. Für ihr zwei Jahrzehnte anhaltendes Engagement in der Jugendarbeit wurde auch Jutta Ahrendt auf dem Jahresempfang gewürdigt.

Weiterhin erhielt auf Vorschlag von Rehnas Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg Biologielehrer Torsten Richter eine von vier Ehrennadeln des Kreises. „Er lebt mit und für die Natur, sein praxisnaher Unterricht im Bereich Naturschutz und der Vorsitz des Pilzvereins strahlt über die Stadtgrenzen hinaus“, so Landrätin Kerstin Weiss. Ortsbildprägende Projekte sind unter anderem die Pflege der Orchideenwiese und die Fischtreppe. Richter ist überrascht und gerührt: „Die Ehrennadel gebe ich gerne an alle Mitstreiter und Schüler der letzten 20 Jahre weiter. Nur gemeinsam konnten wir für die Natur und unsere Heimatstadt etwas erreichen.“

Weitere Ehrennadeln erhielten Barbara Kossakowski (Kulturarbeit Grevesmühlen), Jürgen Hansen (Förderung plattdeutsche Sprache in der Kirche und deren Nutzung als weltliche Kulturstätte in Kirch Stück) und Karin Herzog (20 Jahre Ehrenamt DRK).

 

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erstellt am 15.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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