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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

03. Dezember 2016 | 22:52 Uhr

Gadebusch : Jagdunfall: BH rettet Frau das Leben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher Polizei ermittelt wegen der Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und stellt die Waffe eines Jägers sicher

Es klingt unglaublich, ist aber wahr: Ein Büstenhalter hat einer Frau bei einem Jagdunfall möglicherweise das Leben gerettet. Denn ein Abpraller eines Jagdgeschosses soll nach SVZ-Informationen gegen einen Bügel ihres BH gekracht sein. Das Kriminalkommissariat Gadebusch ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Den Ermittlern ist der Name des Schützen bekannt. Sie stellten die Waffe und die Munition sicher. Die Jagdbehörde ist informiert.

Der Jagdunfall hatte sich zwischen Gadebusch und Köchelstorf ereignet. Dort war die Frau mit ihrem Fahrrad unterwegs. Als sie eine Pause einlegte, kam es zu dem ungewöhnlichen Zwischenfall. „Die Frau wurde nach ersten Erkenntnissen von einem Gegenstand im Brustbereich getroffen“, sagt André Falke von der Polizeiinspektion Wismar auf SVZ-Anfrage. In der weiteren Folge bildete sich ein Hämatom mit einer Größe von etwa 1,5 mal 1,5 Zentimetern. Hätte der Abpraller den Bügel des BHs verfehlt, hätte die Frau vermutlich schlimmere Verletzungen davon tragen können.

Während sich die Frau zu dem Zeitpunkt an einem Straßenrand aufhielt, befand sich der mutmaßliche Schütze auf einem angrenzenden Acker. Er wurde dort unmittelbar nach dem Vorfall vom Ehemann der getroffenen Frau angesprochen. „Der Jagdverantwortliche brach daraufhin die Jagd sofort ab“, erklärt Falke. Ein Autofahrer brachte die Verletzte zu einem Arzt nach Gadebusch. Die Polizei nahm vor Ort die Ermittlungen auf. Mitarbeiter des Landeskriminalamtes maßen das mögliche Schussfeld zwischen Gadebusch und Köchelstorf ein. Sie suchten mit Metalldetektoren und Sprengstoff-Spürhunden nach weiteren Geschossteilen. „Gefunden wurde im Bereich der mutmaßlichen Schussrichtung u. a. ein erlegter Frischling, von dem das Geschoss abgeprallt sein könnte“, sagt Falke.

Bei so genannten Erntejagden verwenden Weidmänner u. a. Geschosse mit einem Mindestdurchmesser von 6,5 Millimetern. Die Kugeln sind schneller als der Schall und können ihre Ziele durchschlagen. Wie gefährlich eine Erntejagd sein kann, wurde 2008 in Nordwestmecklenburg deutlich. Damals wurde ein 50-jähriger Jäger bei Naschendorf von einer Kugel getroffen und starb. Das Geschoss war von einem Gefährten während einer Wildschweinjagd an einem Maisschlag abgefeuert worden. Eine der Folgen des Jagdunfalls war die Verschärfung der Vorschriften bei Erntejagden. So sollen Schützen nur noch von einem etwa 2,50 Meter hohen Ansitz ihre Geschosse abfeuern.  

 

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