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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

08. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Gewerbegebiet „Nord 2“ in Rehna : Investoren lassen auf sich warten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das voll erschlossene Industriegebiet in Rehna wartet auf Firmen, die sich auf der zehn Hektar großen Fläche niederlassen

Seit wenigen Tagen ist es nun fertig - das neue Gewerbegebiet „Nord 2“, wie es offiziell heißt, am Rande der Klosterstadt. Direkt an der Bundesstraße 104, nur wenige Kilometer von der A 20-Abfahrt Schönberg entfernt. „Das ist eine perfekte Lage. Ich bin mir sicher, dass wir das Gelände voll kriegen“, ist der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Rehna, Hans-Martin Buschhart optimistisch. Er spricht auch eher vom Industriegebiet als vom Gewerbegebiet, weil sich dort vornehmlich produzierendes Gewerbe ansiedeln wollte und auch soll.

Bisher allerdings hat sich auf dem zehn Hektar großen Areal, die bebaubare Fläche beträgt 7,2 Hektar, nur das Recycling-Unternehmen Klink angesiedelt. Die in Benzin im Landkreis Nordwestmecklenburg ansässige Firma baut dort auf 1,5 Hektar eine zweite Produktionsstätte auf. Geplant sind dafür eine 50 mal 30 Meter große Produktionshalle, ein Sozialgebäude sowie Stellflächen für Container und weitere technische Anlagen. Damit sollen nach Fertigstellung der Anlage Kühlgeräte zerkleinert, nach Bestandteilen sortiert und schließlich dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden. Das geschehe nach Unternehmensangaben zu fast 100 Prozent.

Vom zweiten Unternehmen, welches sich ursprünglich auch hier niederlassen wollte, ist weit und breit nichts zu sehen. „Die Firma awek Protech wollte auch hierher ziehen, die haben ja bereits einen Produktionsstandort auf der anderen Seite der Straße, im alten Gewerbegebiet“, erzählt Hans-Martin Buschhart. Die hätten ebenfalls 1,5 Hektar haben wollen, so der Verwaltungsbeamte. Schließlich sei nur aufgrund dieser beiden Absichterklärungen, also von Klink und awek Protech, sich hier niederzulassen, die Förderung für die Erschließung des Geländes erfolgt. Und diese beträgt nach Auskunft des Bauamtes bisher 710 000 Euro. Die kommen vom Landesförderinstitut Mecklenburg Vorpommern aus Mitteln des Programms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Beantragt war sogar eine Summe von 870 000 Euro. Insgesamt schlagen die Erschließungskosten dieses Gewerbegebietes „Am Kastaniengrund“, so heißt die neu geschaffene Straße, voraussichtlich mit fast 1,5 Millionen Euro zu Buche. „Trotzdem können wir den Unternehmen, die hierher kommen und sich ansiedeln wollen, einen guten Quadratmeterpreis anbieten. Der beträgt nämlich nur 17 Euro“, berichtet Buschhart.

Für Dirk Dönges, Geschäftsführer von awek Protech ist das aber zur Zeit kein Thema. „Es stimmt, dass wir dorthin expandieren wollten. Aber die Gespräche, die wir damals geführt haben, sind Jahre her“, erklärt der Unternehmer. Er habe sich schon 2014 erweitern müssen und mittlerweile zwei Gebäude an seinem jetzigen Standort gekauft. „Aber ich bin nach wie vor dabei, mich zu vergrößern und neue Geschäftsfelder zu übernehmen. Mittelfristig ist es deshalb durchaus denkbar, dass ich auch noch am Kastaniengrund baue“, verrät Dönges. Zur Zeit sei er dabei, nach Firmen zu suchen, die er übernehmen kann. Erst vor acht Monaten habe er mit einem Kompagnon eine zweite Firma gegründet. „Mit dem alten Kerngeschäft von awek Protech, also Kabelkonfektion, Fertigung von Kabelbäumen, Nutenprofilen und Nocken, wird es eher keine Expansion geben. Mit der Fertigung von Leiterplatten sieht es da schon anders aus“, lässt sich der Geschäftsmann etwas in die Karten schauen.

Rehna wird sich also etwas einfallen lassen müssen, damit nicht die große Recycling-Halle von Klink zum kleinen Punkt auf der 10 Hektar großen Fläche wird.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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