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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

04. Dezember 2016 | 17:20 Uhr

Jugendarbeit in Gadebusch : Freizeithaus bleibt zentraler Treff

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Finanzierung der Jugendarbeit bislang nicht umfassend gesichert / Gespräche zwischen Landkreis und Gadebusch nächste Woche

Die Stadt Gadebusch möchte im November per Eilentscheidung endgültig die Weichen für die Fortführung der Jugendsozialarbeit in der Kommune stellen. Das sehen zumindest sämtliche Beschlussvorlagen der Ausschüsse vor. „Der Kultur- und Sozialausschuss hat sich für die Grundsatzentscheidung und für das DRK als Träger ausgesprochen“, sagt Ausschussvorsitzender Klaus Leuchtemann. Dass Fragen der Finanzierung noch offen sind, sei ihm bewusst. „Ich bin aber optimistisch“, sagt Leuchtemann.

Nach SVZ-Informationen belaufen sich die finanziellen Aufwendungen künftig auf 150  000 Euro jährlich – ein Vielfaches dessen, was Gadebusch bislang als Eigenanteil schulterte.

Handlungsbedarf besteht. Mit Schließung des Freizeithauses und des Mädchentreffs zur Jahresfrist sollen ab Januar 2017 weiterhin umfangreiche Angebote für Kinder und Jugendliche der Stadt und aus dem Umland bereitstehen. Eine Aufgabe, um die sich das DRK bewarb.

In dem verbleibenden und engen Zeitfenster sämtliche offenen Fragen zu klären, bleibt sportlich. Aus Gadebuscher Sicht muss der Landkreis die Jugendarbeit allerdings auskömmlich finanzieren. „Der Kreis hat uns als Stadt mit Blick auf die Haushaltsgenehmigung zusätzliche Ausgaben für freiwillige Leistungen untersagt. Somit obliegt es nun dem Kreis als verantwortlicher Träger der Jugendhilfe, zu handeln“, betont Leuchtemann.

Die Stadt Gadebusch wird die bislang für den Mädchentreff und das Freizeithaus bereitgestellten Mittel in Höhe von rund 15  240 Euro einbringen. Was fehlt, sind knapp 35  000 Euro, um den zumindest rein rechnerischen Eigenanteil der Stadt Gadebusch (50  000 Euro) zu tragen. Damit ergeht an Bürgermeister Ulrich Howest der Auftrag, einen weiteren Förderantrag in Richtung Kreisverwaltung zu schicken.

„Ein entsprechender Antrag wurde gestellt. Wir als Kommune unterstützen die Finanzierung nach unseren Möglichkeiten“, sagt Ulrich Howest. Er sehe, dass sich der Nordwestkreis an die Förderrichtlinie für Jugendarbeit grundsätzlich halte. „Aber das reicht vor dem Hintergrund der Haushaltslage und den Vorgaben des Landkreises nicht aus“, sagt Howest und kündigt ein Gespräch mit Landrätin Kerstin Weiss in der kommenden Woche an.

Eine Argumentation, die der Finanzausschuss unter Leitung von Ingrid Schafranski unterstützt. „Die Jugendarbeit ist Pflichtaufgabe des Landkreises“, betont sie. Gadebusch stelle nach seinen Möglichkeiten Gelder bereit und könne sich letztlich nicht doppelt an der Finanzierung der Jugendarbeit beteiligen. „Gadebusch zahlt bereits über die Kreisumlage für die Ausgestaltung der Jugendarbeit. Mehr gibt der städtische Haushalt nicht her“, sagt Ingrid Schafranski. Auch sie werde sich als Finanzausschussvorsitzende in die Verhandlungen mit dem Kreis einbringen.

Gestern positionierte sich der Kreis gegenüber der SVZ: „Prinzipiell gilt für die Unterstützung der Jugendarbeit landkreisweit der Grundsatz der Gleichbehandlung. Gadebusch erhält nicht mehr und auch nicht weniger als andere Städte und Gemeinden.“ Die Problematik in Gadebusch sei bekannt. Man sei seit Februar 2016 im Gespräch. So habe sich der Landkreis dahingehend positioniert, dass er sich an den Personalkosten für zwei Jugendsozialarbeiter in Gadebusch entsprechend seiner der Richtlinie beteiligt, heißt es weiter. Über die Höhe der finanziellen Unterstützung gab es keine Angaben.

Fest steht: Das Freizeithaus liegt zentrumsnah und wird künftig zentraler Ort sämtlicher Aktivitäten. „Das Konzept des DRK beinhaltet u.a. die Fortführung der Kreativangebote wie Tanz bei weiterer Unterstützung durch die ehrenamtlichen Helfer“, so Leuchtemann.

Die grundsätzliche Arbeit obliegt nach bisherigen Planungen zwei Mitarbeitern. Voraussetzung: Sie verfügen über die gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation zur Betreuung von Kindern und Jugendsozialarbeit.

 

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erstellt am 16.Nov.2016 | 22:54 Uhr

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