zur Navigation springen

Gadebusch-Rehnaer Zeitung

10. Dezember 2016 | 21:24 Uhr

Ausstellung : Frauen und ihr Leben in der DDR

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im Grenzhus Schlagsdorf ist jetzt die Wanderausstellung „25 Jahre Mauerfall – was Frauen bewegt(e)“ zu sehen

Im Schlags-dorfer Grenzmuseum Grenzhus fand jetzt die erste Veranstaltung des Jahres statt. Unter dem Titel „25 Jahre Mauerfall – was Frauen bewegt(e)“ diskutierten die Gleichstellungsbeauftragten aus Wismar und Lübeck, Petra Steffan und Elke Sasse, mit der Schweriner Biologin Annette Beleites, der Hamburger Journalistin Gabriele Heise, der Gadebuscher Politikerin Ingrid Schafranski und der Lübecker Sozialpädagogin Anke Kock.

Anlass war die Eröffnung der gleichnamigen Wanderausstellung, in der Frauen aus Ost und West zu Wort kommen. Im Fokus stehen Gefühle, Gedanken und Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Frauenleben in der DDR, mit der Zeit des Mauerfalls und den Veränderungen danach. Auf großen Postern gibt es positive aber auch kritische Statements von Frauen wie der Keramikkünstlerin Viola Kröger zu lesen, die von sich sagt:„Ich fühle mich jetzt nicht freier als früher.“ Frauen unterschiedlicher Generationen fassen in Worte, wie der Mauerfall sie und ihr Leben verändert hat.

Die Familientherapeutin Katrin Frenkel war damals zwölf Jahre alt. „Ich denke, der Schock dieser Zeit, auch für uns Jugendliche, ist ganz schön unterschätzt worden“, steht auf ihrem Poster zu lesen. Und: „Die meisten von uns wollten doch gar nicht in den goldenen Westen. Wir wollten eine bessere DDR.“

„Die Bedeutung des Mauerfalls damals und heute ist nach wie vor die Möglichkeit, das Leben selbst zu gestalten.“ Die Rentnerin Karin Lechner gestaltete es nach der Wende als Betriebsrätin bei der Deutschen Bahn.

Die geladenen Diskutantinnen berichteten von ihren Erinnerungen an das Leben als Frau, Ost wie West. „Ich bin stolz, dass ich am Aufbau mitwirken konnte“, gesteht Ingrid Schafranski, von 1994 bis 2002 Gadebuscher Bürgermeisterin. Sie wuchs in Grenznähe in der DDR auf und ging damals gleich in die Kommunalpolitik, um an den Veränderungen mitzuwirken. „Eigentlich hat sich für mich nichts geändert, auch in der DDR mussten Frauen sich selbst behaupten.

„Frauen in der DDR hatten weniger die Möglichkeit, sich für die Familie und gegen den Beruf zu entscheiden“, findet die Biologin Annette Beleites, und das Frauenthema sei mehr vom Westen in den Osten getragen worden. Die Hamburger Journalistin Gabriele Heise wuchs auf mit den Geschichten ihrer thüringischen Mutter: „Die Trauer um den Verlust der Heimat hat in unserer Familie eine große Rolle gespielt.“
„Ziviler Ungehorsam ist ungeheuer wichtig, damals und ganz aktuell auch heute, betonte die Lübecker Sozialpädagogin Anke Kock, die auch mit einem Exponat vertreten ist. Wie erfolgreich er sein kann, hat der Fall der Mauer gezeigt. Mit einer regen Publikumsdiskussion klang die Veranstaltung im Grenzhus aus.  




zur Startseite

von
erstellt am 18.Jan.2016 | 23:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen