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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

28. September 2016 | 02:03 Uhr

Wedendorf : Flüchtling fordert Schadensersatz

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einem Syrer wurde im Auftrag des Landkreises die Wohnung geräumt. Dabei soll u. a. 700 Euro Bargeld weggekommen sein

Eine undurchsichtige Geschichte spielt sich derzeit zwischen Kirch Grambow, Bülow und Wismar ab. In Kirch Grambow ist einem anerkannten Asylbewerber die Wohnung geräumt worden. Der Flüchtling aus Syrien behauptet, dies sei ohne Vorankündigung während einer dreitägigen Abwesenheit geschehen.

„Neben seiner gesamten Kleidung, allen wichtigen Papieren ist auch Bargeld in einer Höhe von 700 Euro abhanden gekommen“, sagt Hans-Joachim Kahl. Der Bülower wendet sich stellvertretend für den Kastanienhof Bülow e.V. und im Auftrag des betroffenen Malek Al Karki in einem Schreiben an die Landrätin Kerstin Weiss, da dieser die deutsche Sprache weder in Schrift noch in Wort beherrsche.

Ein Schreiben indes, das in der Verwaltung vor allem vor einem Hintergrund für Verwunderung sorgt. Denn der 26-Jährige soll bereits seit Mai dieses Jahres kein Nutzungsrecht für besagte Wohnung gehabt haben. „Herr Al Karki ist von den für die dezentrale Betreuung von Asylbewerbern zuständigen Sozialarbeitern mehrfach bei deren Besuchen vor Ort über das Erfordernis der eigenen Wohnungsnahme informiert worden“, erklärt Petra Rappen, die Pressesprecherin des Landkreises, auf Anfrage der SVZ. Darüber hinaus sei von den Sozialarbeitern in diesem Zusammenhang auch auf den Integrationslotsendienst des Landkreises Nordwestmecklenburg hingewiesen worden. „Am 4. Mai und 5. September wurde Herr Al Karki u.a. nachweislich auch vom zuständigen Jobcenter darauf hingewiesen, dass er seine Wohnungssituation klären muss“, so Petra Rappen weiter. Somit steht Aussage gegen Aussage.

Unstrittig indes ist, dass der Landkreis die Wohnung zur dezentralen Unterbringung von zugewiesenen Asylbewerbern angemietet und zum 30. September gekündigt hat. Nach Aussagen aus dem zuständigen Fachbereich schloss Malek Al Karki für den Zeitraum vom 1. März bis zum 30. April dieses Jahres für diese Räumlichkeiten eine Nutzungsvereinbarung. Von der Möglichkeit, die Nutzungsdauer über diese zwei Monate hinaus zu verlängern, hätte dieser allerdings keinen Gebrauch gemacht.

Bleibt darüber hinaus der Vorwurf des Hausfriedensbruchs und Diebstahls. Als Malek Al Karki am Abend des 14. September seine Wohnung betrat, „... musste er feststellen, dass sein gesamter persönlicher Besitz, Oberbekleidung, Schuhe, Unterwäsche, Wintersachen, Hygieneartikel, ein Koffer und zwei Rucksäcke ... insbesondere eine Dose mit 700 Euro Bargeld, wichtige Dokumente der Ausländerbehörde, Krankenkasse und des Jobcenters“ fehlten, schreibt der Verein weiter. Die Räumung der Wohnung hätten demnach drei Mitarbeiter eines namentlich genannten Grevesmühlener Unternehmens vorgenommen, gegen die einer der Unterzeichner Strafanzeige erstattet hat.

Besagtes Unternehmen wurde vom Landkreis beauftragt. Petra Rappen: „Die mit der Räumung beauftragte Firma hat keinerlei persönliche Sachen in der zu beräumenden Wohnung aufgefunden.“ Die Rede ist hier im weiteren Verlauf von lediglich drei Kubikmetern Sperrmüll. In der Wohnung zuvor vorhandene verschließbare Stahlschränke seien zur weiteren Verwendung einer anderen dezentralen Unterbringung zugeführt worden. „Eine Überprüfung durch Mitarbeiter des Landkreises ergab nichts Gegenteiliges und u.a. auch, dass sich in dem Schrank des Herrn Al Karki keine persönlichen Gegenstände befanden.“

Der Verein Kastanienhof Bülow e.V. hat dem Asylbewerber zwischenzeitlich Unterkunft gewährt. Der Syrer fordert seinerseits vom Landkreis Schadensersatz.

 

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erstellt am 20.Sep.2016 | 20:55 Uhr

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