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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

04. Dezember 2016 | 15:16 Uhr

ÖPNV in Nordwestmecklenburg : Fahrgäste hoffen auf bessere Preise

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreistag Nordwestmecklenburg befasst sich heute Abend mit der Einführung eines Zonentarifes zum 1. August 2017

Nach Kritik von Fahrgästen an zu hohen Preisen auf Kurzstrecken im Nordwestkreis könnten heute Abend erste Weichen für eine Tarifanpassung im öffentlichen Personnennahverkehr (ÖPNV) gestellt werden. Ziel ist es dabei, bis zum 1. August 2017 einen so genannten Zonentarif mit günstigeren Kurzstreckenfahrten einzuführen.

Bis es so weit ist, soll es Experten-Workshops, Diskussionsrunden und einen Plausibilitäts-Check des angestrebten Tarifsystem geben. „Die Plausibilitätsprüfung durch Rückkopplung mit regionalen Experten soll garantieren, dass grobe Fehleinschätzungen ausgeschlossen werden“, kündigt Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss im Vorfeld der heutigen Kreistagssitzung an. Los geht es um 17 Uhr in der Malzfabrik Grevesmühlen.

Derzeit hat der Landkreis im ÖPNV mit einem zusätzlichen Defizit von 2,1 Millionen Euro zu kämpfen. Dieses Defizit soll künftig reduziert werden, in dem unter anderem mehr zahlende Fahrgäste in die Busse gelockt werden. Gelingen soll dies mit einer höheren Tarifgerechtigkeit, wie Dr. Roland Finke betont. Er leitet beim Landkreis die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und Planen. Nach seiner Einschätzung ist das jetzige Tarifsystem mit einem Preis von vier Euro für Kurzstreckenfahrten zu unattraktiv. „Vielleicht haben wir den einen oder anderen Fahrgast durch diese vier Euro sogar verprellt“, befürchtet Finke. So soll es inzwischen, wie in der Gemeinde Brüsewitz, Fahrgemeinschaften geben, die wegen des unattraktiven Bus-Fahrpreises lieber mit einem Auto in die nahe gelegene Landeshauptstadt Schwerin fahren. In das angedachte Tarifsystem soll nach Möglichkeit auch ein von der Fraktion Die Linke gefordertes Sozialticket mit eingearbeitet werden. Dieses könnte für Hartz-IV-Empfänger, Arbeitslose, Erwerbsunfähige und Asylbewerber gelten.

Ursprünglich sollte ein neues Tarifsystem bereits zum 1. Januar 2017 greifen. Inzwischen will der Landkreis sich allerdings mehr Zeit nehmen, um möglichst viele Beteiligte in diesen Prozess mit einzubeziehen. Ein zweites Mal, so heißt es, wolle man nicht auf falsche Prognosen setzen.

 

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erstellt am 03.Nov.2016 | 04:45 Uhr

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