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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

30. September 2016 | 03:31 Uhr

Brandstifter Rüting : Ex-Brandschützer muss vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Staatsanwaltschaft Schwerin wirft ihm Brandstiftung in vier Fällen vor. Der Angeklagte war Mitglied der Rütinger Feuerwehr

Nach einer Brandserie in und um Rüting muss sich ein ehemaliger Feuerwehrmann vor Gericht verantworten. So klagte die Staatsanwaltschaft Schwerin einen 20-Jährigen vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Wismar an. „Ihm wird vorgeworfen, von Mai bis Juli 2016 in der Gemeinde Rüting und Umgebung diverse Kraftfahrzeuge, eine Carportanlage, zwei Hecken und 600 Strohballen in einem Agrarbetrieb angezündet zu haben“, sagt der Schweriner Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek. Dabei entstand ein Schaden von insgesamt 150 000 Euro. Als ein mögliches Tatmotiv soll der 20-Jährige Probleme in der Ausbildung angegeben haben.

Der Mann sitzt wegen des dringenden Tatverdachts der Brandstiftung bereits in Untersuchungshaft. Er ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft geständig und war einst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Rüting.

Der Feuerteufel hatte die Einsatzkräfte wochenlang in Atem gehalten und Einwohner der Gemeinde in Angst und Schrecken versetzt. „Es ist Gott sei Dank, sehr viel Glück dabei gewesen, dass kein Mensch verletzt wurde“, sagt Rütings stellvertretender Bürgermeister Thomas Grote. Damit gemeint haben dürfte Grote einen Fahrzeugbrand in unmittelbarer Nähe zu einem Reet gedeckten Haus in Rüting. In dem Gebäude lebt unter anderem ein Mann, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Als im Juli ein 20-jähriger Tatverdächtiger festgenommen wurde, war die Erleichterung in Rüting groß. Als bekannt wurde, dass die Brände auf das Konto eines Feuerwehrmannes gegangen sein könnten, saß der Schock tief. „Man will es anfangs nicht wahr haben, dass es jemand aus den eigenen Reihen gewesen sein könnte“, sagt Kreiswehrführer Torsten Gromm. „Solche Leute beschmutzen aufs Schlimmste das Ansehen aller Feuerwehren“, so Gromm.

Als der mutmaßliche Brandstifter gefasst wurde, fand auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier klare Worte: „Der Imageverlust, den der brandstiftende Feuerwehrmann für seine Feuerwehrkameradinnen und -kameraden im Land gebracht hat, ist enorm.“ Der Minister betonte, dass 99,9 Prozent der Feuerwehrfrauen und -männer im Land den Kodex wahrten, Leben zu retten und Brände zu löschen. „Das wahre ,Heldentum‘ besteht in der täglichen Bereitschaft zu diesem Ehrenamt“, betont Caffier.

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erstellt am 15.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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