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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

03. Dezember 2016 | 03:30 Uhr

Schneechaos in Gadebusch : Erster Schnee bringt Verkehrschaos

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahlreiche Unfälle im Nordwesten / Starke Verkehrsbehinderungen auf der B 104

„Hier geht nichts mehr“, so ein Beamter des Polizeireviers in Gadebusch. Der starke Schneefall während des gesamten Tages und der Verkehr zum Feierabend sorgten gestern für starke Verkehrsbehinderungen in der Region Gadebusch. Die problematischen Straßenverhältnisse sorgten zudem für zahlreiche Unfälle auf den Fahrbahnen. Gegen 18 Uhr blieben 15 Lkw auf der B 104 bei Gadebusch stecken. Auf Grund der schneeglatten Fahrbahn kamen sie die Anhöhe in Richtung Lützow nicht mehr hinauf.

Stunden zuvor hatte der Fahrer eines Linienbusses auf der Umgehungsstraße Gadebusch kaum eine Chance, seinen Bus sicher von der B 104 auf die Bundesstraße 208 in Richtung Ratzeburg zu lenken. Er kollidierte im Kreuzungsverkehr mit einem Straßenschild. Wegen der Straßenglätte war es dem Fahrer nicht möglich, die Steigung zu nehmen. Der Bus steckte fest, die Kreuzung war blockiert.

Ein SVZ-Leser meldete sich per Telefon aus dem Auto: „Wir bewegen uns hier im Schneckentempo von Gadebusch über die Radegastbrücke in Richtung Lützow vorwärts. Ein Vorankommen scheint kaum möglich, die Straße ist zu glatt“, sagte der junge Mann. Nur Zentimeter um Zentimeter schob sich die Blechlawine vorwärts.

Auslöser für den abendlichen Stau waren Behinderungen auf der B 104. Dort brachen unter der Schneelast in Höhe Kaeselow die Äste von den Straßenbäumen und kippten auf die Straße. Mitglieder der Feuerwehr Gadebusch geben ihr Bestes und räumen die Äste von der Straße. Dadurch kam es aber zu kurzzeitigen Straßensperrungen. Auf der B 208 in Richtung Roggendorf kollidierten zwei Autos am Stauende.

Gegen 18 Uhr kam der Verkehr zum Erliegen: „15 Lastkraftwagen steckten fest. Die Pkw zählen wir gar nicht mehr“, sagte der Gadebuscher Wehrführer Sebastian Otto. Mit Unterstützung der Feuerwehr Rehna versuchten sie, die Straße passierbar zu machen. Der Winterdienst der zuständigen Straßenmeisterei schien überfordert.

In Höhe Abfahrt Wakenstädt scherte ein Fahrer aus, befestigte einen Schlitten am Fahrzeug und schaltete in den Genießermodus um – eine Schlittenfahrt auf einem verschneiten Feldweg neben der B 104 begann.

In Drieberg Dorf wuchs am Nachmittag die Schneedecke deutlich über 20 Zentimeter an. Engelberth Freitag, der eigentlich mit seinem Allrad getriebenem Fahrzeug mit Leichtigkeit Hindernisse nimmt, blieb in der weißen Pracht stecken. Einzige Rettung: Die Feuerwehr Dragun wurde zum Einsatz gerufen und sollte, wenn möglich, die Zufahrt zu den insgesamt zehn Wohnhäusern am Dorfrand passierbar machen und einen umgeknickten Baum entfernen.

Im Schneetreiben kämpften ebenso die Mitglieder der Feuerwehr Veelböken. Sie beseitigten auf der Verbindungsstraße Botelsdorf-Paetrow umgestürzte Bäume.

In der Polizeiinspektion Wismar liefen seit den frühen Morgenstunden Meldungen über Verkehrsbehinderungen und Unfälle ein. So kam ein VW Golf gegen 12.40 Uhr bei Lüdersdorf von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Sowohl Fahrer als auch Beifahrer zogen sich Verletzungen zu, teilte die Polizei mit.

Auf der Autobahn 14 geriet gegen 11.20 Uhr ein BMW, der in Richtung Schwerin fuhr, in Höhe Zurow ins Schleudern, als er einen Pkw bei Schneeregen und glatter Straße überholen wollte. „Das Auto kollidierte zunächst mit der Mittelschutzplanke und kurz darauf mit der Außenschutzplanke und kam auf dem Standstreifen zum Stehen“, so die Polizei. Problematisch: Das Fahrzeug war mit Sommerreifen unterwegs. Der Schaden beläuft sich auf zirka 15 000 Euro. Der 34-jährige Fahrer blieb ohne Verletzungen.

Damit es zu keinen weiteren Unfällen kommt, wirbt die Polizei für mehr Rücksicht: „Wir bitten alle Autofahrer eindringlich, ihre Fahrweise den winterlichen Verhältnissen anzupassen.“



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erstellt am 08.Nov.2016 | 19:19 Uhr

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